Niemand will Gerbers Lebenswerk ausstellen

Hans Gerber und seine Gotthardpost
Hans Gerber und seine Gotthardpost © FM1Today
Seit seinem 12. Lebensjahr schnitzt Hans Gerber leidenschaftlich gerne. Sein Lebenswerk ist eine Schnitzerei des Gemäldes der Gotthardpost. Die Sache hat aber einen Haken: Niemand will das Kunstwerk ausstellen.

“Beim Schnitzen kann ich vollkommen abschalten. Dann vergesse ich alles um mich herum”, sagt Hans Gerber. In seiner Werkstatt hängen ungezählte Uhren, Wandschnitzereien und Skulpturen. Diese hat er alle in eigener Handarbeit gefertigt. Einige davon hat er auf Auftrag erledigt, andere hat er einfach so geschnitzt.

Schnitzer aus Leidenschaft

Der 80-Jährige schnitzt am liebsten Wappen und Schriften. Jede freie Minute verbringt er in seiner Werkstatt und schnitzt oder leimt dort etwas. Er hat vor seiner Pensionierung auch viele Schnitz-Kurse angeboten. “Das Hobby-Schnitzen stirbt langsam aus. Das ist wirklich schade”, meint Hans Gerber. Es gäbe nur noch ganz wenige, die in ihrer Freizeit schnitzen und alle jene sind bereits etwas älter. Junge Schnitzer gäbe es kaum mehr.

Lebenswerk Gotthardpost

Im Jahre 1999 hat Hans Gerber in seinem Schnitzkurs mit einem ganz besonderen Projekt begonnen, dem Schnitzen der Gotthardpost, einem Gemälde. Zusammen mit einem seiner Schüler hat er in tausenden von Arbeitsstunden das grosse Gemälde geschnitzt – letztes Jahr ist er fertig geworden. Allein die Fertigung des Rahmens hat Hans Gerber mehrere hundert Stunden gekostet.

Gemälde schätzen lassen

Wegen der vielen Arbeitsstunden schätzt Hans Gerber den Wert seines Gemäldes auf mindestens 30’000 Franken. Er möchte es aber von einem Kenner schätzen lassen. “Ich suche schon lange nach einer Telefonnummer von Stephan Schmidlin. Er ist professioneller Holzschnitzer und könnte sicherlich eine genauere Schätzung abgeben”, meint Hans Gerber. Die Telefonnummer sei jedoch nirgends zu finden.

Aussteller gesucht

Hans Gerber würde die Gotthardpost gerne ausstellen, doch niemand will diese haben. Als er beim Kunstmuseum St.Gallen nachfragte, kassierte er auch dort eine Absage. “Da habe ich gesagt, ‘das habe ich mir gedacht, sie stellen ja nur Gemälde aus, die man zuerst drei bis vier Mal drehen muss bevor man weiss, was jetzt oben ist.’ Da haben sie mir einfach aufgelegt.” Im Herbst könnte Hans Gerber seine Gotthardpost vielleicht in der Kantonalbank Arbon ausstellen.


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