Nizza: IS bekennt sich zu Anschlag

Nizza: IS bekennt sich zu Anschlag
© Sasha Goldsmith via AP
Hinter dem Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten steckt die Terrormiliz IS. Der Täter soll demnach ein IS-Soldat gewesen sein. Dies meldet die Nachrichtenagentur Amak, die der Terrormiliz nahe steht.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zum Anschlag in Nizza mit mindestens 84 Toten bekannt. Die IS-Propaganda-Agentur Amak erklärte am Samstag im Internet, der Täter sei ein “Soldat des IS”. Der Anschlag habe Bürgern der Länder gegolten, die gegen die Miliz kämpfen. Die Erklärung liess sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. Den Behörden war der Attentäter zunächst nicht bekannt. Es gab auch keine Hinweise darauf, dass er in Verbindung mit Islamisten steht.

Im Zusammenhang mit dem Anschlag sind derweil vier Männer verhaftet worden. Sie sollen nach Angaben aus Justizkreisen aus dem Umfeld des 31-jährigen Attentäters stammen. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters beobachtete wie etwa 40 Elite-Polizisten ein kleines Appartement in der Nähe des Bahnhofs von Nizza stürmten. Dort wurde eine Person verhaftet. Auch die am Freitag festgenommene Ex-Frau des Tunesiers, der am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt mit einem Laster in eine feiernde Menschenmenge gerast war, befindet sich noch immer in Polizeigewahrsam.

Sicherheitskabinett berät

Das französische Sicherheitskabinett trat in Paris erneut zusammen, um über die Folgen des Attentats zu beraten. An dem Treffen nehmen neben Präsident François Hollande unter anderem Premierminister Manuel Valls sowie die Minister für Inneres und Verteidigung, Bernard Cazeneuve und Jean-Yves Le Drian sowie Generalstabschef Pierre de Villiers teil. Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit darauf, ob der Täter allein handelte oder Kontakte zu einer Extremisten-Gruppe hatte. Dieser soll nach Angaben seiner Familie schon vor seiner Bluttat gewalttätig gewesen sein.

“Er schlug seine Frau, also meine Cousine, er war ein Mistkerl”, berichtete ein Familienmitglied am Samstag der Online-Ausgabe der britischen Zeitung “Daily Mail”. “Er trank Alkohol, er ass Schweinefleisch und er nahm Drogen.” Der 31-Jährige sei kein Moslem gewesen. Bereits zuvor hatte der Vater berichtet, dass sein Sohn früher wegen psychischer Probleme ärztlich behandelt worden sei.

Dreitägige Staatstrauer

In Frankreich gilt seit heute Samstag eine dreitägige Staatstrauer. Für Montagmittag ist eine landesweite Schweigeminute geplant. Schweigeminuten hatte es auch schon nach den Terroranschlägen in Paris im Januar und November vorigen Jahres gegeben.

Der Pariser Eiffelturm leuchtet in Gedenken an die Opfer in den Farben der französischen Flagge Blau-Weiss-Rot. Die Beleuchtung werde während der gesamten dreitägigen Staatstrauer anbleiben, wie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter schrieb.

(red/sda)


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