Grosse Überraschung oder ewiger Favorit?

Tauchte am Vortag der Bekanntgabe des Literatur-Nobelpreises plötzlich in den Wettlisten vorne auf: Jon Fosse (WikiCommons)
Tauchte am Vortag der Bekanntgabe des Literatur-Nobelpreises plötzlich in den Wettlisten vorne auf: Jon Fosse (WikiCommons) © „Jon Fosse“ von Jarvin - Jarle Vines - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Die Verkündung des Literaturnobelpreises steht bevor – und bei den Tipps auf den Preisträger liegen nicht nur die Dauerfavoriten vorn. Auf den Wettlisten tauchen einige ungewohnte Namen auf. In früheren Jahren war das oft ein Zeichen, dass etwas durchgesickert ist.

Auf den Nobelpreisträger für Literatur zu wetten, ist für Zocker ein ziemlich mühseliges Geschäft. Die ewigen Favoriten auf den Wettlisten im Netz – von dem US-Amerikaner Philip Roth bis zum japanischen Kultautor Haruki Murakami – räumen den Preis fast nie ab. Auch 2014 überraschte die Stockholmer Jury mit ihrer Wahl des französischen Schriftstellers Patrick Modiano.

Doch wenn man sich die Wettlisten ganz kurz vor der Verkündung am Donnerstag um 13 Uhr ansieht, bekommt man meist einen guten Hinweis darauf, wie der nächste Nobelpreisträger heissen könnte. In den vergangenen Jahren hatte sich dessen Name immer in letzter Minute unter die Top Fünf der Kandidaten gemogelt.

Diesmal steht bei dem Wettanbieter Ladbrokes auf Platz eins die weissrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch, dahinter Murakami, der Kenianer Ngugi Wa Thiong’o, die US-Amerikanerin Joyce Carol Oates und Philipp Roth.

Doch zwischen diesen hochgehandelten Namen tauchte plötzlich der norwegische Dramatiker Jon Fosse auf. “Er ist sehr, sehr gut, könnte den Preis verdienen”, sagte der schwedische Verleger Svante Weyler der Deutschen Presse-Agentur. “Das wäre nicht so überraschend hier in Schweden.”

Auch der Ire John Banville lag auf den Wettlisten zuletzt sehr weit vorn. Und wie 2005, 2007, 2008 und 2011 wird auch der koreanische Lyriker Ko Un hoch gehandelt.”Die Listen sind bis zu einem gewissen Grad relevant, aber auch völlig verrückt”, sagte der schwedische Literaturkritiker Mikael van Reis, früherer Feuilletonchef der “Göteborgs-Posten”.

(SDA)


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