Schweiz buhlt um Winterspiele 2026

Schweiz buhlt um Winterspiele 2026
© KEYSTONE/MANUEL LOPEZ
Für die Austragung der Olympischen Winterspiele 2026 in der Schweiz bewerben sich noch vier Projekte. Nicht mehr dabei ist das Projekt «Zentralschweiz 2026», das die Zentralschweizer Regierungen im Sommer überraschend eingereicht hatten.

Wie Swiss Olympic am Mittwochabend mitteilte, verbleiben nun vier Projekte im nationalen Nominierungsprozess: das Bündner Projekt «Olympische Winterspiele 2026 Graubünden und Partner», das Westschweizer Projekt «The Swiss Made Winter Games» sowie zwei überregionale Projekte.

Hinter dem Konzept «Switzerland 2026» steht eine Interessengemeinschaft um den Gstaader Bauingenieur Kurt Iseli, die auf eine grösstmögliche Dezentralisation setzt. Ebenfalls ein gesamtschweizerisches Projekt («2026 – Games for our future») angemeldet hat der Bieler Fränk Hofer, der 2013 Direktor des Eidgenössischen Turnfests war.

Projektgruppen an gemeinsamem Workshop

Die Verantwortlichen der vier Projekte trafen sich am Mittwoch mit Swiss Olympic in Ittingen BE zu einem Workshop. Dabei sei es darum gegangen, die Visionen für die Olympischen Winterspiele in der Schweiz zu verfeinern, schreibt Swiss Olympic.

Die Spiele sollen gemäss Vorgaben von Swiss Olympic nicht nur die Sportpraxis in der Schweiz langfristig positiv beeinflussen, sondern auch nachhaltig der Wirtschaft, dem Tourismus und der Gesellschaft zugute kommen.

Bewerbungsfrist bis 15. Dezember

Mit dem Workshop vom Mittwoch endete die sogenannte Konsultationsphase des Nominierungsprozesses. Die Projektverantwortlichen müssen nun ihre Bewerbungsunterlagen bei Swiss Olympic bis am 15. Dezember einreichen.

Danach geht es schneller vorwärts als ursprünglich geplant: Statt erst im Sommer 2017 soll der Exekutivrat von Swiss Olympic bereits im März entscheiden, ob eines der Projekte den festgesetzten Kriterien entspricht. Voraussichtlich Anfang 2018 würde das Kandidaturdossier beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht. Das IOC dürfte im Sommer 2019 den Austragungsort wählen.

Positive Auswirkungen auf die Schweiz

Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, zeigte sich überzeugt, dass sich die Schweiz jetzt bewerben könne – ja sogar müsse. «Denn wenn die Spiele intelligent organisiert werden, können sie sich äusserst positiv auf unser Land auswirken», wird er zitiert.

Vom Tisch ist gemäss der Mitteilung vom Mittwoch das Projekt «Zentralschweiz 2026». Die Zentralschweizer Regierungen hatten dieses im Sommer überraschend eingereicht. Der Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf erklärte aber bereits damals, die Eingabe bedeute nicht, dass die Zentralschweizer Kantone alleine ein Projekt durchführen wollten. Die Zentralschweizer Regierungen wünschten sich eine schweizweites Projekt.

In der Schweiz sind erst zwei Mal Olympische Winterspiele veranstaltet worden. Sie fanden 1928 und 1948 in St. Moritz statt. Danach gab es im Kanton Graubünden mehrere vergebliche Anläufe für eine Wiederholung. Letztmals scheiterte eine Kandidatur im März 2013 an der Urne mit einem Nein-Anteil von knapp 53 Prozent.

(SDA)


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