Norweger Sprücheklopf-Legende wird 50

Jan Åge Fjørtoft mit seiner Frau Marianne.
Jan Åge Fjørtoft mit seiner Frau Marianne. © Sean Gallup/Getty Images
Bei der Eintracht wird er noch immer verehrt, seine Sprüche und Tore sind längst legendär: Heute feiert der ehemalige norwegische Nationalspieler Jan Åge Fjørtoft seinen 50. Geburtstag.

Es war der 29. Mai 1999, als sich Jan Åge Fjørtoft den Legenden-Status zementierte. Eintracht Frankfurt brauchte nicht nur einen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, nein, es musste auch noch eine bessere Tordifferenz gegenüber Konkurrent Nürnberg her. Zwar stand es bereits 4:1 für die Eintracht, allerdings fehlte noch ein weiteres Tor. Der Abstieg drohte. Dann kam Jan Åge Fjørtoft. Der Norweger kam in der letzten Spielminute an den Ball, wagte einen Übersteiger direkt vor dem Goalie – und versenkte den Ball. Der Klassenerhalt war geschafft.

Es waren jedoch nicht nur solche Tore (und sein charakteristischer Torjubel), der Fjørtoft zur Eintracht-Legende machten. Nein, seine Sprüche machen den Norweger so sympathisch. Nach dem Klassenerhalt sagte er über seinen Trainer: «Jörg Berger ist ein so guter Trainer, der hätte auch die Titanic gerettet.» Ein Jahr später stand Felix Magath an der Seitenlinie der Eintracht und schaffte ebenfalls den Klassenerhalt. Fjørtoft: «Ob Felix Magath die Titanic gerettet hätte, weiss ich nicht. Aber die Überlebenden wären topfit gewesen.» Ebenfalls legendär ist dieser Spruch: «Sex vor dem Spiel lehne ich strikt ab. Schliesslich teile ich vor den Spielen immer das Zimmer mit Salou.»

Hass-Liebe zu Magath

Sowieso machte sich Fjørtoft zu jener Zeit gerne über die harten Trainingsmethoden Magaths lustig: «Schön war es im Herbst, als ich es nach zehn Monaten in der Wüste unter Magath, ohne Wasser und fast ohne Kleider geschafft habe, wieder zu alter Klasse zu finden.» Unter Magath war Fjørtoft nicht mehr immer erste Wahl. Erst als immer mehr Spieler im Angriff ausfielen, kam er wieder zu einem Einsatz. Fjørtoft kommentierte gewohnt salopp: «Der Trainer hatte nur noch die Wahl zwischen mir und dem Busfahrer. Zum Glück hatte der Busfahrer seine Schuhe vergessen.»

Fjørtoft kehrte 2001 der Bundesliga den Rücken und in sein Heimatland Norwegen zurück. Kurze Zeit darauf beendete er seine Spielerkarriere. Bis letzten August war er bei der norwegischen Nationalmannschaft als Teammanager angestellt. Er trat zurück, weil er keinen Interessenkonflikt mit seiner TV-Tätigkeit wollte. Ausserdem sei das Amt «zuletzt ein bisschen überflüssig geworden», wie er zu Protokoll gab.

Spass im Sport

Der 71-fache Nationalspieler ist verheiratet und hat drei Kinder. Er ist Experte in mehreren Fussballsendungen. Spieler wie Fjørtoft, die auch mal einen Spruch machen, sind heute selten geworden. «Vielleicht bin ich gar nicht lustig, sondern viele meiner Kollegen nehmen den Fussball ein bisschen zu ernst», meinte der Norweger einmal. Man kann den 50. Geburtstag Fjørtofts also auch gut als Anlass nehmen, den Fussball einfach wieder als das zu sehen, was er im Grunde ist: Ein wunderschönes Spiel mit grossen Momenten.

(rr)


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