Notfalls per Zwang: Feuerwehr sucht neue Mitglieder

Die Goldacher Feuerwehr zählt aktuell 80 freiwillige Einsatzkräfte.
Die Goldacher Feuerwehr zählt aktuell 80 freiwillige Einsatzkräfte. © Tagblatt
Die Feuerwehren Rorschach-Rorschacherberg und Goldach suchen stets neue Mitglieder. Melden sich zu wenig Freiwillige, könnten Einwohner dazu gezwungen werden.

Arcangelo Balsamo | Tagblatt

Kürzlich riefen die Feuerschutzkommissionen Rorschach-Rorschacherberg und Goldach mittels Inserat auf, sich der Feuerwehr anzuschliessen. Im Inserat stand zudem geschrieben, dass jeder im Alter zwischen 20 und 50 Jahren dienst- oder abgabepflichtig sei. Dies würden die Feuerwehrschutzkommissionen bestimmen. Bedeutet das, dass man gezwungen werden kann Feuerwehrdienst zu leisten?

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Robert Fuchs, der Feuerwehrkommandant Goldachs, erklärt, dass es im Prinzip möglich sei, jemanden zum Feuerwehrdienst zu zwingen. Dies sei im Militärgesetz, welches für den Feuerschutz massgebend sei, so festgelegt. «Es macht aber wenig Sinn. Schliesslich sollen nur Leute in der Feuerwehr tätig sein, die dies auch möchten und entsprechend motiviert sind», so Fuchs. Es bringe nichts, wenn man jemanden den Dienst aufbrumme und dieser dann nicht zu Übungen oder gar Einsätzen komme.

Interesse nimmt im Jugendalter ab

Auch bei der Feuerwehr Rorschach-Rorschacherberg sei der Feuerschutz zurzeit dank 110 Freiwilligen sichergestellt, sagt Marco Todeschini, stellvertretender Feuerwehrkommandant. Dennoch dürfe man sich nicht darauf ausruhen. «Neben dem Inserat schreiben wir auch weitere Jahrgänge an, um auf uns aufmerksam zu machen.» Zwar sei es immer noch ein Bubentraum, einmal Feuerwehrmann zu werden. «Doch im Jugendalter nimmt das Interesse für gewöhnlich ab. Auch weil man einen Teil seiner Freizeit opfern muss.»

Todeschini bestätigt ebenfalls, dass es möglich sei, jemanden zum Dienst zu verpflichten: «Das geschieht jedoch nur, wenn wir den gesetzlichen Auftrag der Feuerwehr nicht mehr erfüllen können und es keine Alternative gibt.» Bevor es dazu komme, würde man aber überprüfen, ob man beispielsweise noch enger mit Feuerwehren aus der Nachbarschaft zusammenarbeiten könne. Diese Lösung bevorzuge man laut Fuchs auch in Goldach.

Dieser Artikel erschien am 11. Oktober 2017 im Tagblatt und auf tagblatt.ch


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