Novartis erhält EU-Zulassung für Herzmedikament Entresto

Der Pharmakonzern Novartis schliesst seine Filiale in Schlieren ZH.
Der Pharmakonzern Novartis schliesst seine Filiale in Schlieren ZH. © KEYSTONE/WERNER GETZMANN
Der Basler Pharmakonzern Novartis hat für ein vielversprechendes Herzmedikament die Zulassung für die EU erhalten, wie der Konzern am Dienstag mitteilte: Entresto soll das Sterberisiko und die Wahrscheinlichkeit von Spitalaufenthalten bei Herzversagen senken.

Entresto war im Juni nach einem beschleunigten Verfahren schon in den USA und im September in der Schweiz zugelassen worden. Das Herzmedikament mit der früheren Bezeichnung LCZ696 gilt als potenzieller Blockbuster. Novartis selber traut dem Mittel gegen chronische Herzinsuffizienz mehrere Milliarden Dollar Jahresumsatz zu.

Bei Entresto, von dem zweimal täglich eine Tablette einzunehmen ist, handelt es sich wohl um eine der wichtigsten Markteinführungen im laufenden Jahr. Nach Zahlen von Thomson Reuters erwarten Analysten einen Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Dollar bis in fünf Jahren.

Eine chronische Herzschwäche entwickelt sich im Gegensatz zu einem Herzinfarkt schleichend. Trotz ihrer Häufigkeit würden die Symptome oft nicht erkannt und zum Beispiel als Alterserscheinungen missgedeutet, schreibt der Konzern weiter.

An chronischer Herzschwäche leiden nach Novartis-Angaben allein in Europa gegen 15 Millionen Menschen; die Hälfte habe die Variante mit reduzierter Auswurffraktion (HFrEF). Der Konzern hofft, dass dazu Entresto neuer Behandlungsstandard wird.

Klinischen Studien zufolge starben bei einer Behandlung mit dem Medikament ein Fünftel weniger Patienten mit chronischer Herzschwäche an Kreislaufproblemen als bei der Einnahme einer älteren Arznei.

(SDA)


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