NRW gibt verdächtige Schweizer Kontodaten an 27 Länder weiter

Norbert-Walter Borjans: "Wir haben es mit einer regelrechten Hinterziehungsindustrie zu tun." (Archiv)
Norbert-Walter Borjans: "Wir haben es mit einer regelrechten Hinterziehungsindustrie zu tun." (Archiv) © Keystone/AP dapd/Michael Gottschalk
Schweizer Banken droht womöglich bald mit weiteren Ländern Ungemach im Steuerstreit: Die Finanzverwaltung des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen hat verdächtige Kontodaten mit Guthaben von rund 100 Milliarden Schweizer Franken an 27 Staaten weitergegeben.

Die Daten stammten von Steuer-CDs, die das Land Nordrhein-Westfalen in der Vergangenheit gekauft und ausgewertet habe, sagte der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans am Donnerstag in Düsseldorf.

Die Daten bezögen sich auf Konten in der Schweiz. Die Dimension des Steuerbetrugs sei riesig. “Wir haben es mit einer regelrechten Hinterziehungsindustrie zu tun”, sagte der Minister.

Nordrhein-Westfalen hatte immer wieder CDs mit Datensätzen mutmasslicher Steuerbetrüger gekauft. Davon profitierten auch die Landeskassen: Walter-Borjans hatte Ende September 2015 erklärt, die Bankenermittlungen hätten NRW rund 600 Millionen Euro eingebracht.

Allein von der Credit Suisse habe das Bundesland 150 Millionen Euro bekommen. Die Bank Julius Bär habe 50 Millionen Euro bezahlt, die UBS 300 Millionen Euro.

(SDA)


Newsletter abonnieren
1Kommentar
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel