Nur eine Vignette für’s Dreiländereck

Eine St.Galler Gruppe prüft die Machbarkeit einer einzigen Vignette fürs Dreiländereck.
Eine St.Galler Gruppe prüft die Machbarkeit einer einzigen Vignette fürs Dreiländereck. © TVO
Von Oberriet nach Lindau mit nur einer Vignette. Die Idee einer einzigen Vignette für das Grenzgebiet zwischen der Schweiz, dem Vorarlberg und Deutschland wurde von St.Galler Politiker in’s Leben gerufen und soll einiges leichter machen. 

Falls Deutschland bald die Maut einführt, könnte es für Schweizer und Vorarlberger Grenzgänger teuer werden. Für eine Fahrt von der Schweiz über Österreich nach Deutschland wären dann schon drei Vignetten nötig. Eine grenzübergreifende Arbeitsgruppe will diesem Szenario entgegenwirken.

Unter St.Galler Führung

Wer zukünftig im Dreiländereck Schweiz – Österreich – Deutschland unterwegs ist, braucht keine zusätzliche Vignette. Das ist die Idee der Arbeitsgruppe rund um den St.Galler SVP-Kantonsrat Walter Freund: «Wenn man alle drei Jahresvignetten zusammenzählt, kommt man auf über 200 Franken.» Hätte man dann noch einen Anhänger am Auto, steige der Preis auf über 400 Franken im Jahr. Doch nicht nur das Geld sei Motivator für eine einzige Vignette im Grenzgebiet. Diese könnte nämlich auch die verstopften Dörfer vom Grenzverkehr befreien, so Freund: «Wenn all diese Autos nicht mehr durch Dörfer wie Bregenz, Lustenau, St.Margrethen oder Lindau fahren, könnten sie auf der Autobahn bleiben.» Freunds Idee sieht vor, dass jede Person, die bereits eine Vignette aus ihrem Land besitzt, automatisch die Grenz-Vignette bekommen soll.

Der TVO-Beitrag zum Thema

Supertoll! Dafür bin ich!

Kein Wunder, kommt die Idee bei den Autofahrern gut an: «Ich würde das befürworten, dann gäbe es schon Mal kein Theater», so eine Passantin gegenüber TVO. Eine andere Befragte reagiert schon fast begeistert und lacht: «Supertoll! Dafür bin ich! Besser so als dass ich mein Auto vollkleben muss!»

Österreich kennt das Problem

Harald Sonderegger, Landtagspräsident Vorarlberg kennt das Problem nur zu gut: «Der Ausflugsverkehr, sowie die starken Wochenenden belasten den Raum Bregenz und rund um den Bodensee.» Der Landtagspräsident hegt aber auch Zweifel. Er ist sich nicht sicher, ob dann auch wirklich alle Länder mitmachen. Er stellt die Frage in den Raum: «Sind die drei Staaten Österreich, Deutschland und die Schweiz überhaupt bereit, diese regionalen Anliegen in Angriff zu nehmen?»

Aktuell wird abgewartet, ob und wann Deutschland eine Vignette einführt. Falls dies der Fall sein sollte, will die Arbeitsgruppe um Walter Freund die Vignette auf das politische Parkett bringen.

(tvo/saz)


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