Obama lobt “starkes” und “historisches” Abkommen

US-Präsident Barack Obama trat nach dem Abschluss der Klimavereinbarung von Paris in Washington vor die Kameras und lobte das Abkommen.
US-Präsident Barack Obama trat nach dem Abschluss der Klimavereinbarung von Paris in Washington vor die Kameras und lobte das Abkommen. © KEYSTONE/EPA ISP POOL/DENNIS BRACK / POOL
US-Präsident Barack Obama hat das Klimaschutzabkommen von Paris als “stark” und “historisch” begrüsst. Das Abkommen könne einen “Wendepunkt für die Welt” sein, sagte Obama am Samstag im Weissen Haus in Washington. Die Übereinkunft lege den nötigen Rahmen zur Beilegung der Klimakrise fest.

Mit der Einigung hätten die Teilnehmer von 195 Staaten “gezeigt, was möglich ist, wenn die Welt zusammensteht”, sagte der US-Präsident. Gleichzeitig warnte er, das Abkommen könne nur ein Schritt im Kampf gegen die Erderwärmung sein.

Das neue Klimaschutzabkommen sieht unter anderem eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 bis zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter sowie finanzielle und technische Hilfen für Entwicklungsländer vor. Erstmals sagten alle beteiligten Staaten eigene Beiträge im Kampf gegen die Erderwärmung zu. Insbesondere für Barack Obama kann der Erfolg von Paris als eine Art politisches Vermächtnis interpretiert werden. 2009 war der Friedensnobelpreisträger in Kopenhagen mit seinen Umwelt-Ambitionen noch kläglich gescheitert.

Obama sagte, der Vertrag sei die “beste Chance, den einen Planeten zu retten, den wir haben”. Das amerikanische Volk könne Stolz sein, sagte er in Washington. “In den vergangenen sieben Jahren haben wir die Vereinigten Staaten zum weltweiten Vorreiter im Kampf gegen die Klimaveränderung umgewandelt.” Das Ergebnis sei “ein Tribut an die amerikanischen Führungsqualitäten”.

Viele Fragen bleiben offen

Doch auch ob der Vertrag am Ende hält, was er verspricht, wird sich erst noch zeigen müssen. “Wesentliche Fragen werden im Vertrag nicht geklärt”, sagt Klimaexperte Thilo Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) der “Welt”. Diese Leerstellen gelte es nun mit Leben zu füllen. Das wird nicht nur ein Kraftakt. Die notwendigen Schritte für das Erreichen der Klimaziele werden auch einige unangenehme politische Entscheidungen mit sich bringen.

Dies ist ein historischer Moment, nicht nur für uns und unsere Welt heute, sondern für unsere Kinder, Enkel und künftige Generationen”, schwärmte der britische Klimaökonom Nicholas Stern. Er verwies vor allem auf das erklärte Ziel, die Erderwärmung auf unter zwei Grad und nach Möglichkeit auf 1,5 Grad zu begrenzen. Allerdings ist genau dies auch eine gravierende Schwachstelle des Abkommens. Mit der angestrebten Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad klafft eine noch grössere Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Denn bisher laufen die vorgelegten freiwilligen Klimaschutzpläne der Staaten Umweltorganisationen zufolge auf eine Erwärmung von 2,7 Grad zu.

“Es liegt noch viel Arbeit vor uns!”

“Mit dem heute verabschiedeten Klimavertrag hat sich zum ersten Mal die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln verpflichtet”, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. “Ungeachtet der Tatsache, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, ist dies ein Zeichen der Hoffnung, dass es uns gelingt, die Lebensbedingungen von Milliarden Menschen auch in Zukunft zu sichern.”

Einige Länder hatten vor dem Gipfel gewarnt, ihre Existenz wäre durch einen Anstieg des Meeresspiegels in Folge der Erderwärmung gefährdet. Die für Klimafragen zuständige Botschafterin des pazifischen Inselstaates Palau, Olai Uludong, lobte das Ergebnis am Samstag ebenfalls. “Unser Kopf bleibt über Wasser”, sagte sie.

(SDA/red)


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