Obama verwarnt Kurden und Ankara

80 Minuten lang sprachen US-Präsident Obama und der türkische Staatschef Erdogan miteinander. Thema waren unter anderem die syrischen Kurden, die Obama unterstützt und Erdogan bekämpft.
80 Minuten lang sprachen US-Präsident Obama und der türkische Staatschef Erdogan miteinander. Thema waren unter anderem die syrischen Kurden, die Obama unterstützt und Erdogan bekämpft. © KEYSTONE/AP/CAROLYN KASTER
US-Präsident Barack Obama hat die Kurdenmiliz YPG zur Zurückhaltung im Norden Syriens aufgerufen. Das machte er am Freitag in einem Telefonat mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan deutlich, wie das Weisse Haus am Abend (Ortszeit) mitteilte.

Obama erklärte demnach, dass YPG-Einheiten nicht versuchen sollten, weitere Territorien im Norden Syriens zu erobern. Zugleich forderte er die Türkei auf, ebenfalls zurückhaltend zu agieren und Angriffe in der Region zu unterlassen.

Obama habe in einem 80-minütigen Telefonat mit Erdogan erklärt, die Türkei habe ein Recht auf Selbstverteidigung, teilte die Regierung in Ankara ihrerseits mit. Obama habe sich besorgt über den Vormarsch der kurdischen Milizen in Syrien gezeigt. Die USA hätten ihre Unterstützung zugesagt.

Die YPG ist der bewaffnete syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die USA unterstützen die YPG, die in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeht. Noch am Freitag hatte Erdogan gesagt, von den USA zur Verfügung gestellte Waffen seien von der YPG gegen Zivilisten eingesetzt worden. Das US-Aussenministerium wies diesen Vorwurf zurück.

Die Türkei sieht die YPG als Terrororganisation an und macht sie für den jüngsten Anschlag mit 28 Toten in der Hauptstadt Ankara verantwortlich. Zu dem Anschlag bekannte sich inzwischen indes die militante Splittergruppe der Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), eine von der PKK abgespaltene Gruppierung.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen