Ohrenschmerzen nicht ausgeschlossen: Ostschweizer ESC-Vertreter

Dianaerika Lettieri hat eine schöne Stimme, überzeugen kann sie aber nicht
Dianaerika Lettieri hat eine schöne Stimme, überzeugen kann sie aber nicht © Giuseppe Scaramella/Youtube
Es geht wieder los. Wen soll die Schweiz an den Eurovision Song Contest schicken? Seit heute kann man für seine Favoriten voten. Wir haben aus den fast 180 Eingaben die Ostschweizer Beiträge zusammengetragen. Richtig vielversprechend ist keiner…

Die zehn beliebtesten Interpreten von Internet-Voting dürfen ihre Songs vor einem Expertengremium präsentieren. Die drei besten Interpreten schaffen den Sprung in die Livesendung und dürfen ihren Song, zusammen mit den zwei Besten aus der Romandie und dem Sieger aus der italienischen Schweiz, am 13. Februar 2016 in der Bodensee Arena in Kreuzlingen performen. Dabei wird der Teilnehmer für den ESC in Stockholm auserkoren.

Acht Interpreten aus der Ostschweiz und dem Bündnerland wollen den Sprung an den ESC schaffen. Dumeni Casaulta aus der FM1Today Redaktion mit einer (subjektiven) Übersicht:

Platzhirsch – Holz vor dr Hütta

“Wenn du viel vertreisch vom Kirsch, bisch au du Platzhirsch”. Platzhirsch wollen mit Aprés-Ski Groove punkten. Der Partyschlager ist eingänglich, aber ob das für den ESC reicht? Hinter dem “Spassprojekt” Platzhirsch verbergen sich unter anderem der Bündner Rapper Gimma und sein Musikerkollege Stephan “Stämpf” Schmid (ehemaliger “QL”-Sänger).  Der Song ist eigentlich ein Promo-Titel für eine Aprés-Ski-Hütte, die im Winter in Chur steht.

 

Patric Scott – No Boundaries (feat. Abdullah Alhussainy)

Eine ernsthaftere Bewerbung kommt von Patric Scott. Der Gamser ist kein Unbekannter. Als Musical-Darsteller spielte er unter anderem Peter im Musical “Heidi”. Er war auch schon auf der ESC-Bühne: 2014 begleitete er Sebalter an die Finalshow des ESC nach Kopenhagen. Mit “No Boundaries” greift Patric Scott die Flüchtlingsproblematik auf. Solide Popnummer aber ohne Ecken und Kanten. Der Song lebt vom arabischen Co-Gesang von Abdullah Alhussainy. Mehr über den Ägypter gibt es hier.

 

Dä Brüeder vom Heinz feat. M.R.K. (Männerriege Kreuzlingen) – Fitti Manne

“Jo fitti Manne so wiä mir, werdet i de Nacht zum Tier. Muänd kei blaui Pille kaufe, gönd mit em Hund ä chli go laufe.” Will man das hören oder gar sehen? Nein, wir wollen nicht. Für den Humor und das “sich selber nicht ganz ernst nehmen” gibt’s Punkte. Trotzdem ist der Thurgauer chancenlos…

 

 

elin und elin – One Boy One Girl

Brigitte Meier aus Bühler (35) und Natalie River (37) aus Waldstatt sind musikalisch unbeschriebene Blätter. Seit einem Jahr musizieren sie regelmässig gemeinsam, ein Konzert gaben sie noch nie. Ihre Nummer “One Boy One Girl” passt auf die Bühne bei einem Matura-Abschluss-Ball, für die grosse Bühne beim ESC reicht das (noch) nicht.

 

Screenshot Musikvideo

Screenshot Musikvideo

 

Dianaerika Lettieri – Per sempre und Il primo uomo per me

Dianaerika Lettieri (aus Chur) singt auf italienisch und will es gleich mit zwei Songs wissen. Überzeugen tut keiner. “Per sempre” sollte wohl ein Dance-Song sein. Lust das Tanzbein zu schwingen verspüren wir bei dem Song allerdings nicht, im Gegenteil: Man würde sich am liebsten verkriechen. Zweifelsfrei hat Dianaerika eine schöne Stimme, so richtig gefallen mag das trotzdem nicht. “Il primo uomo per me” ist auch nicht besser. Der Song ist zu altmodisch, als das er was reissen könnte.

Gisel de Marco – Boom Boom

“Boom Boom Baby” – den Preis für den kreativsten Text gewinnt Gisel de Marco aus Pfäffikon definitiv nicht. Braucht es für den ESC aber auch nicht unbedingt. Bekannt wurde die aus Argentinien stammende Sängerin 2013 durch “The Voice of Switzerland”. 2014 stand sie schon einmal in der “grossen Entscheidungsshow”. Zusammen mit ihren Voice-Teamkollegen Ricardo Sanz und Iris Moné scheiterte sie an Sebalter. Ob ihr mit “Boom Boom” der Sprung an den ESC gelingt? Eurodance-Fans werden Freude haben, für die breite Masse ist das aber wohl zu viel “Boom Boom”.

Tandem – Song

Tandem, offenbar aus Rapperswil. Mehr ist über die Band nicht zu erfahren. Netter Song, nettes Videos. Aber wie heisst es doch: “Nett ist die kleine Schwester von Scheisse”. Das ist solide, haut aber niemanden vom Hocker.

 

Mauro Tiberi – I believe in you

Ist das sein ernst? Bei allem Respekt, wir können das nicht ernst nehmen. We don’t believe in you, sorry. Das klingt zu verkrampft und zu verzerrt. Mauro Tiberi hat einen Coiffeursalon in St.Gallen. Ausserdem ist er Rennfahrer und Schweizermeister im Karate. Beeindruckend. Vielleicht sollte er sich darauf konzentrieren und das mit der Musik anderen überlassen.

Zugabe: Männerchor Steili Kressä – Köttbullar (feat. Power Modulo)

Auch in diesem Jahr gibt es einige äusserst unterhaltsame Beiträge. Hier haben wir herzlich gelacht. Eine Ode an die schwedische Spezialität “Köttbullar” (“in the World will be no war, when i cook you Köttbullar”). Witziger Song mit grossartigem Video…

(cas)


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