Olma-Urin wird zu Flüssigdünger

2000 Liter Urin der Olma 2015 werden zu Gartendünger verarbeitet.
2000 Liter Urin der Olma 2015 werden zu Gartendünger verarbeitet. © pd
An der vergangenen Olma genossen nicht nur die Besucher den Gang zur Toilette. Auch die Betreiber des Festzeltes freuten sich über jeden Liter. Sie sammelten den Urin – und machten daraus Flüssigdünger.

“Wann immer möglich ging ich auf das Sammel-Pissoir. Damit habe ich eine gute Tat geleistet”, sagt Dölf Sutter, Betreiber des Sammel-WCs. Er hat den Urin der letztjährigen Olma-Besucher in Flüssigdünger verwandelt. Am 1. April stellt er sein Projekt vor und verkauft den gewonnenen Dünger.

Festzelt-Pissoir diente als Urin-Sammelstation

Die Genossenschaft Unterer Brühl betreibt das Festzelt an der Olma. Somit ist sie auch dafür verantwortlich, dass genügend WCs zur Verfügung stehen. Was niemand ausser dem Präsidenten der Genossenschaft, Dölf Sutter, wusste: der Urin aus dem WC neben dem Festzelt wurde gesammelt. Durch eine Pumpe wurde der Urin in Tänke gefüllt. Sobald einer voll war, wurde er nach Dübendorf transportiert.

Dort steht eine Anlage, welche den Urin zu Dünger verarbeitet. Sie ist die einzige solche Anlage in der Schweiz. Aus 2000 Litern Olma-Urin wurden in der Zwischenzeit rund 60 Liter Dünger. Diese stehen nun wieder in St.Gallen und sind bereit zum Verkauf.

“Enthüllungsfest” am 1. April

Was wie ein Aprilscherz daher kommt, ist vollkommen ernst gemeint. Am 1. April um 12 Uhr Mittags stellt Dölf Sutter sein Projekt öffentlich vor. Auf dem Festzelt-Gelände beim unteren Brühl veranstaltet er einen öffentlichen Apéro, an welchem er den Urin-Dünger präsentiert und verkauft. Dölf Sutter freut sich bereits auf den bevorstehenden Frühlingsbeginn. Dann kann er seinen Dünger endlich testen.

Ausbaupläne sind im Gange

“Möglicherweise gibt es in Zukunft mehrere solche Pissoirs an der Olma”, sagt Dölf Sutter. Die Gespräche mit der Olma seien im Gange. Ausserdem wären beispielsweise OpenAirs oder Schwingfeste geeignet für Sammel-WCs. Allerdings muss für jedes Pissoir eine eigene Pumpe und mindestens ein Tank zugekauft werden.

Da die Pumpe danach nicht mehr für Trinkwasser genutzt werden kann, bedeutet dies einen grossen finanziellen Aufwand. Das Sammel-Pissoir zahlt sich wirtschaftlich noch nicht aus. Je nach Nutzungsdauer der Pumpe könnte sich dies aber noch ändern.

(fae)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen