OpenAir St.Gallen, wir freuen uns!

Von Lara Abderhalden
Ach OpenAir, kannst du nicht schon morgen sein?
Ach OpenAir, kannst du nicht schon morgen sein? © Tagblatt/Urs Bucher
Nur noch einen Monat müssen wir warten, dann dürfen wir wieder unsere Festivalbags packen, die Gummistiefel anziehen und das Sittertobel stürmen. Auf diese sieben Dinge freuen wir uns besonders.

Das Anstehen

Ja, das ist tatsächlich ernst gemeint. Beim Anstehen ist der Vorfreude-Pegel am höchsten und der Alkohol-Pegel, bis man dann wirklich rein kann, oft auch. Auch mag man noch am meisten trinken. Ausserdem ist es doch immer doof, am Abend frisch gepflegt und stocknüchtern bei den aufgestellten Zelten und Pavillons aufzutauchen. Da hat man nicht nur ein leicht schlechtes Gewissen, sondern braucht ungefähr einen ganzen Tag, um aufzuholen.

Übrigens: Da wir das Aufstellen nicht zu den tollsten Dingen am OpenAir zählen, doch noch eins: Beim Aufstellen lernt man mit Abstand am meisten Leute kennen. Zumindest als Frau. Als Frau, die sich mit so vielen Stangen einfach nicht mehr zu helfen weiss.

Das Anstehen gehört bereits zu einem der Highlights (Bild: TAGBLATT/Luca Linder)

Das Anstehen gehört bereits zu einem der Highlights. (Bild: Tagblatt/Luca Linder)

Der erste Abend

Der erste Abend ist ein bisschen wie das erste Mal. Es ist alles neu, man tastet sich so langsam gegenseitig ab. Versucht herauszufinden, wie «gäch» man gehen kann. Meistens geht man am ersten Abend viel zu «gäch». Man hat sowieso schon einen ersten «Palöri» vom Anstehen im Gepäck und an die Bars kommt man noch locker ran. Das ist nämlich der zweite grosse Vorteil am ersten Abend. Die Party-Zelte und der Platz vor der Bühne sind sozusagen leer. Kein Anstehen, kein Schubsen, keine Angst, in Schweiss und Schlamm zu ersticken.

Am ersten Abend lernt man das Gelände erst einmal kennen. (Bild: Sandro Zulian)

Am ersten Abend lernt man das Gelände erst einmal kennen. (Bild: FM1Today/Sandro Zulian)

Die Dusche

Das Aufstehen am Freitagmorgen ist oft nicht so berauschend, wie das Einschlafen war. Es braucht schon zwei Nächte Akklimatisierung, bis man die Hitze am Morgen aushält, vielleicht auch drei oder hunderte. Schön ist schon mal, wenn die Gummistiefel oder Turnschuhe direkt vor dem Zelt liegen, wenn man auf die Toilette gehen kann, ohne dass tausend Menschen anstehen und dann natürlich die Dusche. Am Freitagmorgen stehen meistens noch nicht viele Menschen an und die Duschen sind einigermassen sauber, bei den Frauen zumindest. Es gibt nichts schöneres, als sich den Dreck und den Kater von der Seele zu waschen.

Der Café Latte

Die beste Latte am Morgen ist jene mit ganz viel Koffein drin. Einen Café Latte zum Frühstück, bringt Power und Glück. Sie ist nicht nur unglaublich gut, sondern auch schön kalt. Das ist Schleichwerbung. Andere schwören auf eine Milch vom Milchstand.

Das Konzert

Es gibt am OpenAir immer ein Konzert, das entgegen aller Erwartungen unglaublich gut war. Ein Konzert, das eigentlich gar nicht auf der To-See-Liste stand, sondern das sich einfach so spontan in den nicht vorhandenen Terminkalender gequetscht hat. Meistens ist es eine eher unbekannte Band, bei der man fast zuvorderst stehen kann. Manchmal ist es ein Konzert, bei dem es in Strömen regnet. Manchmal ist es das allerletzte Konzert am Sonntag, bei dem alle sentimental werden und sich weinend in den Armen liegen oder manchmal ist es das Konzert des besten Freundes mit der Gitarre am Lagerfeuer.

Oft sind die unerwarteten, die besten Konzerte. (Bild: Sandro Zulian)

Oft sind die unerwarteten die besten Konzerte. (Bild: FM1Today/Sandro Zulian)

Das Essen

Gibt es etwas geileres als das Essen am OpenAir? Vermutlich ja, an jedem Streetfood-Festival. Aber am OpenAir schmeckt doch alles immer viel besser, vor allem nachts oder morgens, oder zu welcher Zeit auch immer. Der einzige Haken: Leider ist das Essen nicht immer ganz günstig, aber das merkt man ja zum Glück erst, wenn das Band um die Hand nichts mehr hergibt.

Der Sonntag

Am Sonntag ist einfach alles schön. Wäre der Sonntag ein Tier, wäre er ein rosarotes Einhorn. Man ist vollkommen im OpenAir-Groove, möchte am liebsten das Leben im Sittertobel verbringen und nie wieder den Rucksack packen und das Zelt abrechen. Deshalb versucht man an diesem Tag, die Abreise möglichst weit hinaus zu zögern. Denn was danach kommt, ist nicht mehr schön. Es ist lästig: das Auspacken, das Waschen, alle Fotos in der WhatsApp-Gruppe schicken und vor allem den Wecker für den nächsten Tag stellen. Den ersten Tag einer jährigen Wartezeit. Warten auf das nächste OpenAir 2019.

Am OpenAir-Sonntag kann man das Festival entspannt ausklingen lassen.

Der Sonntag ist magisch. (Bild: Tagblatt/Benjamin Manser)

Wir sind froh, steht das OpenAir 2018 erst bevor!


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