Opposition lehnt neuen Friedensvertrag mit FARC-Guerilla ab

Die revidierte Fassung des Friedensvertrags geht Oppositionschef und Ex-Präsident Uribe nicht weit genug - er verlangt weitere Änderungen und will dazu die FARC-Führung treffen.
Die revidierte Fassung des Friedensvertrags geht Oppositionschef und Ex-Präsident Uribe nicht weit genug - er verlangt weitere Änderungen und will dazu die FARC-Führung treffen. © KEYSTONE/EPA EFE/LUIS EDUARDO NORIEGA A.
Die Opposition in Kolumbien lehnt den neuen Friedensvertrag mit der FARC-Guerilla ab. Seine Delegation habe auf Änderungen an der neu ausgehandelten Vereinbarung gepocht, die Gegenseite habe dies aber abgelehnt, sagte Ex-Präsident Álvaro Uribe am Montag (Ortszeit).

Die Opposition sei weiterhin bereit zu einem Dialog mit der Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC), sagte er nach Gesprächen mit einer Regierungsdelegation. Uribe schlug ein Treffen mit der FARC-Führung vor, die sich derzeit in Bogotá aufhält.

Der Friedensprozess in Kolumbien durchläuft derzeit eine kritische Phase. Die FARC und die Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein historisches Friedensabkommen geeinigt, um den mehr als 50 Jahre dauernden Konflikt zu beenden.

Am 26. September wurde der Vertrag unterzeichnet. Doch dann lehnte eine knappe Mehrheit der Bevölkerung den Vertrag Anfang Oktober in einem Referendum ab. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna. Inzwischen liegt ein neuer geänderter Vertragstext vor.

Uribe verlangte, auch über das neue Abkommen per Referendum abstimmen zu lassen. Die Regierung und die FARC sprechen sich hingegen dafür aus, die Vereinbarung vom Kongress billigen zu lassen. Im Kongress hat die Regierung die Mehrheit.

Die FARC-Guerilla hatte 1964 im Kampf gegen Grossgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260’000 Menschen getötet, 45’000 Menschen gelten als vermisst.

(SDA)


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