Orascom leidet unter Tourismuskrise in Ägypten

Samih Sawiris, der ägyptische Investor und Verwaltungsratspräsident von Orascom. (Archiv)
Samih Sawiris, der ägyptische Investor und Verwaltungsratspräsident von Orascom. (Archiv) © Keystone/ALEXANDRA WEY
Die Orascom Holding schreibt wie erwartet tiefrote Zahlen. Der Hotelbetreiberin und Immobilienentwicklerin macht der Einbruch des Tourismusgeschäfts in Ägypten zu schaffen. Der Nettoverlust im ersten Quartal beläuft sich auf 26,4 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

In der Vorjahresperiode hatte noch ein Gewinn von 3,4 Millionen Franken resultiert.

Die Holding hatte bereits am Pfingstmontag in einer Medienmitteilung vor einem Verlust in der Höhe von 26 bis 28 Millionen Franken gewarnt.

Der Verlust von Januar bis März fällt höher aus als im gesamten letzten Jahr. 2015 hatte die Firma des ägyptischen Investors Samih Sawiris einen Verlust von 22,5 Millionen Franken verbucht. Zum Verlust hauptsächlich trug zudem bei, dass Orascom bedeutend weniger Land verkaufte als im Vorjahresquartal.

Währungsverluste aufgrund der Abwertung des ägyptischen Pfundes gegenüber Franken und US-Dollar schlugen mit 12,9 Millionen zu Buche. Im Ergebnis der Gruppe schlägt sich zudem der höhere Verlust der grössten Beteiligungen nieder, der Andermatt Swiss Alps (ASA) und an Orascom Housing Communities (OHC).

Die Umsätze schrumpften auf 61,2 Millionen Franken, im Vergleich zu 74,8 Millionen im Vorjahresquartal. Damals hatte Orascom 24 Millionen Umsatz mit Landverkäufen generiert. Im abgelaufenen Quartal fuhr das Unternehmen die Landverkäufe auf einen Wert von 3,6 Millionen Franken zurück.

Die Umsätze des Hotelsegments sanken um 8,4 Prozent auf 27,1 Millionen Franken. Das Minus ist laut Orascom auf die anhaltenden Reisebeschränkungen in Ägypten zurückzuführen. Die ägyptische Regierung habe im ersten Quartal 2016 einen Rückgang der ausländischen Touristen um 45 Prozent und einen Rückgang der Tourismusumsätze um 67 Prozent vermeldet, heisst es im Communiqué.

Dies ist eine Folge des Flugzeugabsturzes vom vergangenen Oktober, als ein russisches Passagierflugzeug über der Sinai-Halbinsel abstürzte. Alle 224 Insassen kamen ums Leben. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach dem Absturz die Flüge von Russland nach Ägypten aussetzen lassen.

Zwei Hotels im Makadi-Resort am Roten Meer hält Orascom derzeit geschlossen. Um dem Nachfragerückgang zu begegnen, habe Orascom spezielle Werbekampagnen in Deutschland durchgeführt, schreibt das Unternehmen.

Am schwierigsten sei die Situation aber in Taba Heights auf der Sinai-Halbinsel. Die Kostensenkungsprogramme haben 2016 bislang zu Einsparungen von über 3 Millionen Franken geführt. Orascom wolle die strikten Sparprogramme für alle Hotels in Ägypten fortführen, heisst es.

Erfreulich hätten sich dagegen die Umsätze der Hotels im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten entwickelt. Sie stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 29,6 Prozent.

Steigern konnte Orascom die Umsätze lediglich im Immobiliensegment, das um rund 69 Prozent auf 18,1 Millionen Franken zulegte. Das liege vor allem an den beschleunigten Übergaben von Immobilien in Ägypten und Oman.

(SDA)


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