Ostschweizer Firmen investieren kaum

Roland Ledergerber
Roland Ledergerber © Mareycke Frehner/St.Galler Tagblatt
Ostschweizer Firmen investieren derzeit nur sehr zurückhaltend. Entsprechend vergibt die St. Galler Kantonalbank (SGKB) fast keine kommerziellen Kredite, wie ihr Chef Roland Ledergerber sagt. Dies gebe mit Blick auf den Wirtschaftsstandort zu denken.

Die Nachfrage nach Firmenkrediten, beispielsweise für Ausbauten oder neue Produktionsanlagen, sei sehr gering, sagte Ledergerber im Interview mit dem “St.Galler Tagblatt” vom Mittwoch. Die Unternehmen benötigten für Investitionsentscheide ein gewisses Mass an Sicherheit, und diese fehle gegenwärtig im wirtschaftlichen Umfeld.

Die geringe Investitionsneigung bereitet dem SGKB-Chef Sorgen. “Unser Wirtschaftsstandort kann langfristig nur wirklich florieren, wenn wir in Innovationen investieren.” Dies wiederum setze Investitionen in die Ausbildung voraus. Aus diesem Grund habe die Industrie- und Handelskammer (IHK) St.Gallen-Appenzell habe eine Informatikoffensive lanciert.

Mit ein Grund für die geringe Nachfrage nach Krediten ist, dass Firmen auf viel Liquidität sitzen und so ihre Investitionen selber finanzieren können. “Die Firmen gehen sehr haushälterisch mit ihren Mitteln um”, sagte Ledergerber. Betriebskredite würden bei der SGKB derzeit durchschnittlich nur zu etwa 35 Prozent beansprucht.

Im langjährigen Durchschnitt liege dieser Wert bei etwa 40 Prozent. Die SGKB hat ihre Regeln in der Kreditbeurteilung nicht verschärft. Die Qualität des Kreditportefeuilles sei immer noch sehr gut, erklärte Ledergerber.

(SDA)


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