Ostschweizer Öko-Dino ausgezeichnet

Von Fabienne Engbers
Tausende Dinos hat René Hagspiel schon in die freie Wildbahn entlassen.
Tausende Dinos hat René Hagspiel schon in die freie Wildbahn entlassen. © FM1Today/Fabienne Engbers
In Tübach sind die Dinos los! Zumindest kommen sie dort, aufgereiht in Reih und Glied, aus der Fabrik. Mal rosa, mal gelb, mal klassisch grün. Am Freitag wurde das innovative Ostschweizer Sparkässeli ausgezeichnet.

«Angefangen hat das Ganze, als ich meinem Göttibub zum Geburtstag eine Dino-Spardose geschenkt habe», sagt René Hagspiel, Erfinder der  Big Belly Bank («Grosse Bauchbank»). Als die Geschwister, Nachbarskinder und Gspänli vom Göttibub auch einen Dino haben wollten, hat René Hagspiel die eigene Herstellung zum Geschäft gemacht.

Dino-Sparbüchse preisgekürt

Gestern Freitag hat die Aktionsgemeinschaft Idee-Suisse dem Kässeli-Hersteller den «Golden Creativity Award» verliehen. Zehn Jahre nach dem Geschenk an den Göttibub. Gelobt wird vor allem die Nachhaltigkeit der Produktion und die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten.

Emotionaler Aspekt

Das Kässeli hat für René Hagspiel viele emotionale Faktoren. «Ich mache damit etwas Sinnvolles», sagt der Unternehmer. Er erhalte viele positive Rückmeldungen. «Die Kinder lachen, wenn sie einen Batzen in ihr Kässeli werfen können. So lernen sie spielerisch den Umgang mit Geld».

Neue Produktionsstätte

Seit eineinhalb Jahren werden die Dinos im Vier-Mann-Betrieb in Tübach hergestellt. Bis zu 400 Stück täglich. Die Dinos bestehen aus zwei Teilen, die aus einer Schablone ausgefräst werden. Danach kommt Farbe drauf. «Einzigartig ist, dass die Dinos nicht angemalt, sondern mit einem Pulver beschossen werden», sagt René Hagspiel. Das Pulver ist, anders als Lack, nicht giftig und es gibt fast keinen Abfall, da Überschüsse wieder verwendet werden.

Das Pulver wird statisch aufgeladen, damit es am Holz hält. Danach kommt der Dino in einen Ofen, wo sich das Pulver mit dem Holz verbindet. Diese Pulverbeschichtung wird normalerweise bei Möbeln verwendet; für Spielzeug ist diese Beschichtung einzigartig.

Regionale Zulieferer

Zusätzlich setzt das Tübacher Unternehmen auf regionale Lieferanten. «Die weltbesten Produkte sind bei uns direkt neben der Haustür», sagt René Hagspiel. Die Maschine, welche die Dinos bepulvert, kommt wie das Pulver selbst aus der Ostschweiz.

Ökologischer Aspekt ist wichtig für Spielzeug

Gerade für Kinderspielzeug sei es wichtig, dass die Materialien, die gebraucht werden, nicht giftig sind. «Kleine Kinder nehmen so ein Spielzeug auch gerne mal in den Mund. Das ist bei unserem Dino unbedenklich», sagt René Hagspiel. Lackierte Spielwaren sind zwar per se nicht giftig, der Lack, der benutzt wird, enthält während der Verarbeitung aber teilweise Giftstoffe. «Unser Pulver kann man auch essen», schmunzelt René Hagspiel. Bald soll der Dino Gspänli bekommen: Ab Oktober werden auch Hunde, Drachen und Krokodile produziert.


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