Pannenzüge mit Halt in St.Gallen

Der Neigezug ETR610 fährt im Bahnhof Bellinzona ein.
Der Neigezug ETR610 fährt im Bahnhof Bellinzona ein. © KEYSTONE/Ti-Press/Davide Agosta
Die SBB haben Pläne, den Pendolino-Neigezug, der derzeit auf der Gotthard-Linie verkehrt, neu einzusetzen. Der Zug soll in fünf Jahren zwischen Zürich und München fahren. Der in Italien produzierte Hochgeschwindigkeitszug hat aber einen schlechten Ruf.

Stinkende WCs, kaputte Klimaanlagen und Zugsausfälle – wer zwischen Zürich und Mailand verkehrt, muss mit den Tücken des italienischen Hochgeschwindigkeitszug Pendolino ETR 610 rechnen. Offenbar blüht dieses Ungemach auch bald dem FM1-Land.

Fahrzeiten möglichst kurz halten

Die SBB planen, den Zug in fünf Jahren auf der Strecke Zürich – München mit Halt in St.Gallen einzusetzen, wie das St.Galler Tagblatt heute schreibt. Auf dieser Strecke braucht es Neigezüge, um die Fahrzeiten von Zürich nach St.Gallen unter 60 Minuten und von St.Gallen nach Bregenz unter 30 Minuten zu halten. Nur so kann der Hochgeschwindigkeitszug in das Knotensystem beim Fahrplanwechsel 2020 eingebunden werden.

Die SBB hatten noch letztes Jahr angekündigt, für die Verbindung Zürich – München einen Doppelstock-Neigezug einzusetzen. Doch nun haben sie es sich anders überlegt, wie aus einer Antwort der St.Galler Regierung auf einen Vorstoss hervorgeht.

Zuverlässiger Verkehr auf Simplonachse

Gemäss SBB hat es erst bei den nachbestellten Zügen des “Elletro Treno Rapido” Probleme gegeben. Die erste Staffel verkehrte seit 2009 zuverlässig auf der Simplonachse. Doch die Nachbestellungen mussten sich Vergleiche mit dem Cisalpino gefallen lassen, der 2014 aus dem Verkehr gezogen werden musste. Vor zehn Tagen kündigten die SBB an, dass sie fast 13 Millionen Franken in die technische Verbesserung der Pannenzüge investieren wollen.

(red)


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