Papst Franziskus fordert in Kenia mehr Einsatz gegen Armut

Papst Franziskus mit Kenias Präsident Uhuru Kenyatta (links) am Mittwoch bei der Begrüssung auf dem Flughafen von Nairobi.
Papst Franziskus mit Kenias Präsident Uhuru Kenyatta (links) am Mittwoch bei der Begrüssung auf dem Flughafen von Nairobi. © /EPA/DAI KUROKAWA
Zu Beginn seiner sechstägigen Afrika-Reise hat Papst Franziskus Kenias Regierung zu einer entschlosseneren Bekämpfung von Armut und Ungleichheit aufgefordert. Die Führung des ostafrikanischen Landes müsse sich integer und transparent für das Allgemeinwohl einsetzen.

Franziskus sagte am Mittwoch nach seiner Ankunft in Nairobi in einer Rede vor Präsident Uhuru Kenyatta und weiteren Regierungsmitgliedern: “Ich fordere Sie insbesondere auf, wahre Sorge für die Bedürfnisse der Armen zu zeigen.”

Papst Franziskus hat die Bekämpfung der Armut zu einem der zentralen Themen seines Pontifikats gemacht. Kritiker werfen Kenias Führung vor, sich nicht entschlossen genug dafür einzusetzen, die Lebensumstände der armen Bevölkerung zu verbessern, sondern zu oft an den eigenen Vorteil zu denken. Die Abgeordneten etwa gelten als die am höchsten bezahlten Parlamentarier des Kontinents. Rund ein Viertel der rund 45 Millionen Kenianer hingegen muss von weniger als einem US-Dollar pro Tag leben.

Tausende Kenianer säumten die Strassen Nairobis, als die Wagenkolonne des Papstes vorbeifuhr. Viele winkten, schwenkten kenianische Fahnen und jubelten Franziskus zu.

Während des Fluges von Rom nach Nairobi sagte er zu den 74 mitreisenden Journalisten, dass er sich sehr auf seine erste Reise nach Afrika freue. “Ich gehe mit grosser Freude, um die Kenianer, die Ugander und die Brüder aus der Zentralafrikanischen Republik zu treffen.”

Am Donnerstag trifft der 78-jährige Pontifex zunächst Vertreter anderer Religionen, darunter Protestanten, Anglikaner, Muslime und Angehörige traditionelle afrikanischer Religionen. Anschliessend will er auf dem Gelände der Universität Nairobi vor bis zu 500’000 Gläubigen eine Messe zelebrieren.

Auch den Umweltschutz, ein weiteres seiner Kernanliegen, macht Franziskus in Afrika nachdrücklich zum Thema. “Die gravierende Umweltkrise, der unsere Welt gegenübersteht, verlangt eine immer grössere Sensibilität für die Beziehung zwischen Mensch und Natur”, sagte er. “Wir haben eine Verantwortung, die Schönheit der Natur in Gänze an die nachkommenden Generationen zu übergeben.”

Am Donnerstag wird der Papst auch den Hauptsitz der UNO-Umweltorganisation (UNEP) in Nairobi besuchen. Dort will er nach Angaben des Vatikans unmittelbar vor Beginn der Weltklimakonferenz in Paris eine wichtige Rede zum Thema Umweltschutz halten. Erst vor wenigen Monaten forderte Franziskus in einer päpstlichen Enzyklika einen entschlossenen Kampf gegen den Klimawandel.

Am Freitag will der Papst in Nairobi das Armenviertel Kangemi besuchen, wo etwa 100’000 Menschen auf engstem Raum leben.

Die Afrika-Reise nach Kenia, Uganda und in den Krisenstaat Zentralafrikanische Republik ist die elfte Auslandsreise seit Franziskus’ Wahl zum Papst im März 2013. Afrika ist die Weltregion, in der die katholische Kirche am meisten wächst. In Uganda will der Papst am Samstag einen Schrein für ugandische Märtyrer aufsuchen und eine Messe vor rund 100’000 Gläubigen feiern.

Bedenken bezüglich der problematischen Sicherheitslage im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik wischte der Papst beiseite. Er fürchte sich nur vor den Moskitos, scherzte er. Zentralafrika gilt ganzjährig als Malaria-Risikogebiet.

Der Staat, eines der ärmsten Länder der Welt, wird seit 2013 von einem Konflikt erschüttert, bei dem sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüberstehen.

(SDA)


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