Partys, Luxus und ein kreatives Geschäftsmodell

Yuri Van Geldern wurde von seinem "Chef" von den Olympischen Spielen wieder nach Hause geschickt.
Yuri Van Geldern wurde von seinem "Chef" von den Olympischen Spielen wieder nach Hause geschickt. © EPA/HOW HWEE YOUNG
Die Olympischen Spiele sorgen während Wochen praktisch ununterbrochen für sportliche Schlagzeilen. Doch was neben den Turnhallen, Sportplätzen und olympischen Hallen abgeht, ist nicht weniger interessant. Die besten Olympiageschichten vom Dienstag gibt’s hier. 

Yuri van Gelder

Er ist wohl das “Enfant terrible” der Kunstturnerei: Der 33-jährige niederländische Kunstturner Yuri van Gelder qualifizierte sich für den Gerätefinal an den Ringen, tauchte danach aber für die ganze Nacht in den Strassen und Lokalen unter. Erst in den Morgenstunden wurde der Weltmeister von 2005 wieder im Olympia-Quartier gesichtet. Dem Chef de Mission Maurits Hendriks blieb nichts anderes übrig, als den Nachtschwärmer aus der Mannschaft auszuschliessen und ihn heimzuschicken. In Amsterdam zum Beispiel dürfte Van Gelder genug Zerstreuung finden. 2009 war er wegen Kokainkonsums vom nationalen Turnverband suspendiert worden.

Besonderer Luxus für Gmelin

Die Schweizer Ruderin Jeannine Gmelin geniesst im olympischen Dorf einen besonderen Luxus, hat sie doch ein Einzelzimmer erhalten. Zwar teilt die 26-jährige Zürcher Oberländerin das Apartment mit den Kanuten Fabio Wyss sowie Lukas und Simon Werro. Sie bewohnt jedoch alleine den obersten Stock und hat entsprechend viel Platz. “Das ist spontan so entstanden, weil es mit der Zimmereinteilung nicht anders ging”, sagte Gmelin. “Es ist eine gute Mischung. Ich habe meine Ruhe und dennoch Gesellschaft.”

Der kürzeste Marathon

Im Tennis kann ein wahrer Marathon-Match mehr als elf Stunden dauern, wie John Isner und Nicolas Mahut 2010 in Wimbledon mit dem legendären 70:68 im fünften Satz bewiesen haben. Im Tischtennis verhält es sich anders. Der erste Satz des Olympia-Achtelfinals zwischen dem Deutschen Dimitri Ovtcharov und dem Slowenen Bojan Tokic endete mit dem äusserst ungewöhnlichen Resultat von 31:33. Ein Satz geht bis 11 Punkte, danach muss es einen Abstand von 2 Punkten geben. Trotzdem ist schlecht beraten, wer bei 10:10 die Toilette aufsucht und hofft, dass er das Ende des Satzes noch sehen wird. Tischtennis ist in jeder Beziehung eine schnelle Sache. Ein 33:31 ist der kürzeste Marathon.

Blitzgeschäft bei Rot

Auf offener Strasse versuchen in Rio einige fliegende Händler ihr Geschäftsmodell. Schaltet eine Ampel für die Autos auf Rot, sprinten sie los und hängen kleine Säckchen mit Süssigkeiten an die Aussenspiegel. Dann schnell wieder zurück zum Anfang, um die Beutel – oder das Geld – wieder einzusammeln. Etwa fünf Autos schaffen die sportlichen Verkäufer pro Rotphase. Der Preis der Beutel: zwei Reais (60 Rappen).

Keine Wasserträger

Die Olympischen Spiele bieten nicht den gleichen Luxus wie die NBA. Diese Erfahrung machte der amerikanische Basketballprofi Paul George beim 113:69-Kantersieg gegen Venezuela. Auf der Bank sitzend hielt der Flügelspieler der Indiana Pacers seinen Wasserbecher hinter sich – in der Erwartung, dass ihm einer der normalerweise zahlreichen Teambetreuer den Plastikbehälter aus der Hand nimmt. Nach einigen Sekunden drehte sich George jedoch verwirrt um und stellte fest, dass er sich um die Entsorgung in Rio selbst kümmern muss.

(SDA/saz)


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