Passive St.Galler kassieren bitteren Ausgleich in letzter Minute

St.Gallens Albert Bunjaku mag nicht mehr hinschauen im Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC St.Gallen.
St.Gallens Albert Bunjaku mag nicht mehr hinschauen im Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und dem FC St.Gallen. © KEYSTONE/Peter Schneider
Mit einem Sieg auswärts gegen den FC Thun hätte sich der FC St.Gallen wohl aller Abstiegssorgen entledigen können. Hätte – denn in der letzten Minute der regulären Spielzeit erhalten die harmlosen St.Galler noch den Ausgleich, obwohl der Gegner nach einer gelb-roten Karte an die Adresse von Dennis Hediger knapp 70 Minuten in Unterzahl spielen musste. Hier die Spielerbewertung.

Tor

Daniel Lopar: Note 4,5. Hielt, was zu halten war. Wehrte die hohen Bälle der Thuner zum Teil eher unkonventionell ab, war bei den beiden Gegentoren aber chancenlos.

Verteidigung

Florent Hanin: Note 3,5. Viel Offensivdrang, jedoch nur eine wirklich gute Flanke – welche dann auch prompt zur St.Galler Führung führte. Defensiv mit einigen Aussetzern, darunter der verschuldete Penalty gegen Gonzalo Zarate.

Martin Angha: Note 4,5. Einige gute Grätschen, zum Teil aber mit Schwächen im Spielaufbau.

Alain Wiss: Note 4,5. Gewohnt zweikampfstark, hat aber Mühe mit schnellen Gegenspielern.

Silvan Hefti: Note 3,5. Er hatte nicht seinen besten Tag, stand mehrmals zu weit weg vom Mann. Beim Ausgleich in letzter Minute liess er seinem direkten Gegenspieler ebenfalls zu viel Platz, wurde in dieser Situation jedoch auch von seinen Mitspielern im Stich gelassen.

Mittelfeld

Marco Aratore: Note 4,5. Gewohnt kämpferisch, dazu mit einigen guten Distanzschüssen. Defensiv arbeitet er sehr gut mit, offensiv zeigt er aber gelegentlich gewisse technische Unzulänglichkeiten.

Danijel Aleksic: Note 5,0. Ein Tor, ein Assist. Ist für jeden Gegner eine stete Gefahr, leistet sich jedoch auch noch ab und zu einen leichtfertigen Ballverlust im Spielaufbau.

Gianluca Gaudino: Note 4,5. Ihm merkt man seine Bayern-Ausbildung vor allem beim Passspiel an. Er leistet sich kaum Fehlpässe, zieht jedoch aufgrund seiner Physis bei Zweikämpfen öfters den Kürzeren.

Mario Mutsch: Note 4,0. Schwankt durch seine aggressive Spielweise immer ein wenig zwischen Genie und Wahnsinn, was sich einmal mehr bewies: Zuerst provozierte er schlau die gelb-rote Karte Hedigers, dann musste er aber selbst akut rotgefährdet schon in der Pause ausgewechselt werden.

Mario Leitgeb: Note 4,0: Wie sein Namensvetter Mutsch sehr zweikampfstark, begeht dabei aber weniger Fouls. Wirkt dafür aber manchmal ein wenig behäbig.

Albert Bunjaku: Note 4,5. Schöner Kopfball zum Ausgleich in der ersten Halbzeit, sonst gelang ihm nicht allzu viel. Arbeitet weniger nach hinten als sein Pendant Aratore, stand zum Beispiel beim Ausgleich der Thuner etwa auf der Höhe der Mittellinie.

Sturm

Edgar Salli: Note 3,5. Der kleingewachsene Stürmer konnte ausnahmsweise keine entscheidenden Akzente setzen. Er lief zwar wie immer viel, war gegen die gross gewachsenen Thuner Abwehrspieler aber meist nur zweiter Sieger.

Fazit

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 4,2

Bei perfektem Fussballwetter in Thun erhielt der FC St.Gallen im Auswärtsspiel trotz Überzahl den späten, aber nicht unverdienten Ausgleich. Die Thuner gaben sich trotz Unterzahl nie auf, öffneten kaum Räume für St.Galler Angriffe und spekulierten selbst geschickt auf Konter. Die Espen agierten insgesamt einfach zu passiv und liessen sich in der Schlussphase von den zehn Thunern regelrecht hinten reindrücken, nachdem sie vorher zu wenig konsequent die Entscheidung gesucht hatten. So müssen sich die St.Galler schliesslich mit einem Punkt begnügen, der aber natürlich in der Schlussabrechnung im Kampf gegen den Abstieg Gold wert sein kann.

(jgr)


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