Pflegefachkräfte sind weiterhin sehr gefragt

Gut ausgebildetes Fachpersonal ist schweizweit stark gesucht, so auch im St.Galler Kantonsspital.
Gut ausgebildetes Fachpersonal ist schweizweit stark gesucht, so auch im St.Galler Kantonsspital. © Keystone/Ennio Leanza
Das Kantonsspital St.Gallen hat aktuell rund 110 Stellen ausgeschrieben. Viele dieser Vakanzen sind im Bereich der Pflege – besteht weiterhin ein Mangel an Fachkräften?

Das Onlineportal jobagent.ch hat für das letzte Quartal des vergangenen Jahres die aktuellen Vakanzen im Schweizer Jobmarkt analysiert. Der Bericht «Jobradar» zeigt, dass unter anderem im Bereich Pflege viele offene Stellen ausgeschrieben sind – so waren Ende 2017 schweizweit beispielsweise knapp 6500 Stellen als Diplomierte Pflegefachfrau beziehungsweise -mann unbesetzt. Auch das Kantonsspital St.Gallen ist vom Mangel an Fachkräften betroffen. Mit etwa 110 vakanten Stellen im letzten Quartal belegte das Kantonsspital nach dem Berner Inselspital, der Hirslanden Gruppe und dem Zürcher Universitätsspital jedoch «nur» den vierten Platz, was die landesweiten Vakanzen im Bereich Gesundheit angeht.

Die Berufe werden zunehmend spezialisiert

Philipp Lutz, Medienbeauftrager des Kantonspital St.Gallens, bestätigt, dass es zunehmend schwierig ist, geeignetes Fachpersonal zu finden. Nicht nur in der Pflege, sondern auch in anderen Bereichen gibt es oft vakante Stellen: «Pflegefachpersonen sowie Fachpersonen im Operationsbereich und Ärztinnen und Ärzte in gewissen Spezialgebieten – zum Beispiel in der Intensivmedizin oder der Onkologie – sind sehr gesucht.» Auf die vielen Stellen, die in der gesamten Schweiz zu besetzen sind, kommen zu wenige Personen, die über die nötige Ausbildung verfügen.

Ein Grund für den Mangel an Fachkräften kann in der Spezialisierung der medizinischen Berufen gesehen werden. Lutz erklärt: «In der Medizin findet eine zunehmende Spezialisierung statt. Das führt dazu, dass auch immer mehr spezialisierte Teams gebraucht werden. Im Kantonsspital St.Gallen ist das Stroke Center ein Beispiel: Dort wird die spezialisierte Behandlung von Hirnschlagpatienten gewährleistet.» Je mehr unterschiedliche Berufsspezifikationen es gibt, desto schwieriger wird es folglich, einen Bewerber zu finden, der die Anforderungen genau erfüllt.

Am eigenen Nachwuchs mangelt es nicht

Dass in vielen Schweizer Spitälern vermehrt auch Fachpersonal aus dem Ausland arbeitet, ist nicht neu. Gerade für besondere Spezialbereiche kommt es laut Philipp Lutz punktuell vor, dass gezielt im Ausland nach qualifizierten Bewerbern gesucht wird. Für die Besetzung der Lehrstellen hat das Kantonsspital St.Gallen jedoch nach wie vor kein Problem. Die Jugendlichen sind am Beruf Fachangestellte Gesundheit interessiert. «Wir konnten unseren Bedarf an FaGe-Lernenden bisher immer gut abdecken», führt Lutz aus.

(anh)


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