Pflotschnass, aber cool

Von Lara Abderhalden
Pflotschnass, aber cool
© FM1Today
Nass, kalt, schlammig und einfach “en Seich” – so könnten viele das Sommerlager beschreiben. Äwah – ein echter Pfadfinder kennt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Zumindest ist das bei der Pfadi Frauenfeld so. Sie macht das Beste aus dem Wetter, auch wenn die Leiter dafür tief in die Trickkiste greifen müssen.

Präsentiert von:

“Wir haben unseren Pfadfindern heute das Frühstück ans Zelt gebracht”, sagt “Turn”, der Lagerleiter der Pfadi Frauenfeld. Es sei das mindeste, was sie tun können, um die Sprösslinge bei Laune zu halten. “Als es gestern so stark regnete, wollte so manch einer am liebsten seine sieben Sachen packen und so schnell wie möglich nach Hause.” Das schlechte Wetter sei nicht gerade förderlich im Kampf gegen das Heimweh.

Alle Kleider sind “pflotschnass”

Rund 40 Kinder der Pfadi Frauenfeld und Pfadfinder aus Aarau sitzen gemeinsam im Schlammloch Hoch Ybrig. Und dies während mehreren Wochen. Am Montag haben sie ihre Zelte aufgeschlagen und von diesem Zeitpunkt an hat es unaufhörlich geregnet – und das nicht einfach “es bitzeli”. “Es ist schon sehr kalt”, sagt eines der Mädchen, “wir wissen gar nicht mehr, was wir anziehen sollen.” All ihre Kleider seien völlig durchnässt, die Schuhe sind verdreckt sowie voll Schlamm und ein paar Zelte sind nicht mehr dicht.

Aber: “Es könnte schlimmer sein”, meint einer der Jungs. “Wir haben so unsere Tricks.” Not mache erfinderisch und so haben die Kinder in ihren Zelten Wäscheleinen gespannt, um die nassen Socken, langen Unterhosen und Pullis aufzuhängen. Ausserdem dürfen die “pflotschnassen” Jacken und Wanderschuhe im Restaurant nebenan zum Trocknen ausgebreitet werden.

“Da muss man durch”

An die Kälte scheinen sich die meisten auch schon gewöhnt zu haben. Ein Junge springt mit völlig verdreckten Füssen Barfuss durch das ganze Zeltlager. Ein anderer spült in den kurzen Hosen und im T-Shirt das Geschirr. Auf die Frage, ob er denn nicht kalt habe, sagt er nur: “Da muss ich jetzt halt durch.”

So einfach lassen sich die Pfadis ihr Sommerlager nicht “versauen”. Beim gemeinsamen Lagerfeuer strecken sie ihre baren Füsse über die Glut und erzählen, was sie alles schon so erlebt haben: “Die Nachtübung fand ich sehr toll”, sagt ein Pfadfinder aus Aarau. “Ich finde das Zusammensein mit anderen Kindern super.” Wieder andere geniessen es, einfach im Zelt zu bleiben und Karten zu spielen: “Dort ist es schön warm.”

Die Sonne kommt

Für die Lagerleitung ist das Wetter natürlich nicht optimal: “Klar, wünscht man sich besseres Wetter”, sagt “Turn”, aber man könne es sich halt nicht aussuchen. Schliesslich werde den Kindern hoffentlich die schönen Erlebnisse in Erinnerung bleiben und: “Das Wetter soll ja besser werden.”

Die Pfadi Frauenfeld ist noch bis zum Ende nächster Woche im Lager und bis dahin dürfte der ein oder andere Sonnenstrahl auch die vor Kälte geröteten “Bäggli” der Pfadfinder im Hoch Ybrig erreichen.

(abl)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen