Polizei bewegt sich auf Glatteis

Von Dario Brazerol
Die Polizisten geben auf dem Eis alles.
Die Polizisten geben auf dem Eis alles. © FM1Today/Dario Brazerol
Die Polizei wechselt für einmal Schlagstock gegen Hockeyschläger. Heute Dienstag starteten im Thurgau die 37. Polizeieishockey-Meisterschaften. Zimperlich sind die Gesetzeshüter dabei nicht.

Unser Freund und Helfer verteidigt in den nächsten zwei Tagen nicht nur das Gesetz, sondern auch das eigene Tor. Angriff statt Verteidigung lautet die Devise. Die diesjährigen Polizeieishockey-Meisterschaften sind eröffnet.

Aus Kollegen werden Gegner

Rund 300 Polizisten aus Korps von Genf bis Graubünden treffen in Frauenfeld und Weinfelden aufeinander. Nach einem Sieg gegen das Team aus Neuenburg trifft die Mannschaft der Thurgauer Kantonspolizei in ihrem zweiten Spiel auf die Kollegen aus Fribourg. In der Kabine ist die Stimmung noch ausgelassen, es sei der olympische Gedanke der zählt, hört man von vielen Seiten. Der Kampfgeist zeigt sich aber sobald die Mannschaften das Eis betreten. Der Umgangston wird rauer, Bodychecks sind kein Tabu – die Polizei zeigt sich von einer anderen Seite. Das Vergnügen an der Sache sei aber das Wichtigste, sagt ein Polizist des Zürcher Teams: «Es wird hart gespielt – aber fair».

Spass im Vordergrund

Obwohl die Ränge der Frauenfelder Kunsteishalle hauptsächlich mit Polizisten der gegnerischen Teams besetzt sind, ist die Stimmung angeheizt. Die einen feuern die Kollegen an, andere analysieren die Teams angesichts der späteren Spiele. 36 Runden werden ausgetragen, bis es zum grossen Finale am Mittwochnachmittag kommt. Bevor es soweit ist, freuen sich aber die meisten der Polizisten auf den grossen Galaabend am Ende des ersten Spieltages. «Man trifft die Korps der anderen Kantone und kann so auch den geselligen Teil des Turniers geniessen», sagt Manuel Fürer von der Kantonspolizei St.Gallen.

Schlappe gegen Fribourg

Für das Thurgauer Team geht die Partie gegen Fribourg unerfreulich aus: Endstand 0:4. Dies tut der Stimmung keinen Abbruch und die Spieler schauen zuversichtlich auf die kommenden Spiele: «Wir müssen uns überraschen lassen, werden aber auf jeden Fall Vollgas geben», sagt Fürer. Auch der Schiedsrichter ist zufrieden mit dem korrekten Spielverhalten beider Teams. Das Streben nach Recht und Ordnung lässt sich wohl auch auf dem Eis nicht so einfach ablegen. Eine beruhigende Tatsache im Hinblick darauf, dass die Hobby-Hockeyaner in zwei Tagen anstatt dem Puck wieder Verbrechern nachjagen.

Die Polizeieishockey-Meisterschaften dauern bis am Mittwochnachmittag. Die Spiele sind frei zugänglich. Die Spielpläne sind auf der offiziellen Webseite einsehbar.

 

(dab)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen