Pornos auf dem neuen Laptop

"Ich hatte Glück, dass mir niemand in den Bildschirm starrte."
"Ich hatte Glück, dass mir niemand in den Bildschirm starrte." © Nigel Treblin/dapd (Symbolbild)
Ein Basler Student kauft sich bei Digitec einen Laptop. Dabei handelte es sich aber nicht wie angegeben um das Vorführmodell, sondern um einen bereits gebrauchten Computer – inklusive privater Sexbilder einer 60-jährigen Ostschweizerin.

Da staunt ein Basler Student nicht schlecht: Als er an der Uni bei einer Gruppenarbeit seinen neuen Laptop durchstöbert, stösst er auf einen Ordner mit dem Namen “Schlafzimmer”. Er hat diesen Ordner nie angelegt und erschrickt als er ihn öffnet: “Zum Glück hat mir in diesem Moment niemand auf den Bildschirm geschaut”, sagt der Student dem Blick.

Der Ordner war voll mit Sexbildern und dann nicht irgendwelche: Hunderte von Bildern einer 60-Jährigen waren im Ordner. Von Kuschelbildern bis hin zu harten Sadomaso-Fotos mit Mundknebeln. Sogar selbst gedrehte Pornos der Dame mit verschiedenen Herren waren auf dem Laptop vorhanden.

“Die Frau tut mir leid”, sagt der Student. “Sie hat Digitec vertraut, dass ihre Daten sauber gelöscht werden.” Dies sei nicht der Fall gewesen. “Nicht auszudenken, wenn ein Kind den Computer geschenkt bekommen hätte.”

Der Student hat das Gerät für 458 Franken gekauft. Digitec habe ihm versichert, dass es sich um das Vorführmodell handelt.

Der Onlinehändler entschuldigt sich, es sei offenbar ein Fehler passiert. Dies mache die Firma sehr betroffen. “Eine externe Firma übernimmt für uns die Wiederaufbereitung von gebrauchten Geräten”, sagt Sprecherin Stefanie Hynek.

So ein Fehler dürfte nicht passieren, sagt FM1Today-IT-Experte Joel Horlacher: “Die Festplatte muss vor der Weitergabe komplett überschrieben werden.” Das Verschieben in den Papierkorb reiche nicht: “Auch wenn der Papierkorb geleert wird, sind die Daten noch immer auf der Festplatte.” Erst wenn diese komplett neu aufgesetzt werde, sind die Daten weg.

Digitec müsse laut “Blick” mit einer Klage der Frau rechnen – denn ihre Persönlichkeitsrechte seien verletzt worden.

(red)


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