Post-Detektive finden Adressen heraus

Von Fabienne Engbers
Post-Detektive finden Adressen heraus
© /KEYSTONE/GAETAN BALLY
Wie oft war man schon in den Ferien und wollte dem Grosi eine Postkarte schicken, hatte aber das Adress-Büechli zu Hause vergessen? Dabei wäre das nicht einmal unbedingt nötig gewesen. Die Post stellt nämlich teilweise auch Briefe zu, die keine ganze Adresse darauf haben.

“98 Prozent aller täglich versendeten Briefe kommen pünktlich und beim richtigen Empfänger an”, sagt Oliver Flüeler von der Schweizerischen Post. Dies ist nur möglich, weil die Schweizerinnen und Schweizer ihre Briefe richtig anschreiben.

Brief-Klinik

Briefe, bei denen jedoch weder Empfänger noch Absender auf den ersten Blick klar ersichtlich sind, kommen in die so genannte “Brief-Klinik”. Ein Büro, in dem mehrere Mitarbeiter der Post die Briefe öffnen und so versuchen, eine Adresse heraus zu bekommen, zu welcher die Briefe geschickt werden sollen. “Anhand von Lieferscheinen oder Adressen in den Briefen selbst können wir meist herausfinden, von wem ein Brief kommt oder an wen er gesendet werden sollte”, sagt Oliver Flüeler.

Post baut auf Schweizer Präzision

“Bei täglich 10 bis 15 Millionen Briefen wäre es aber unmöglich, sich um Briefe ohne Adressen zu kümmern, wenn dies häufiger der Fall wäre”, sagt  Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post. Die meisten Schweizer schreiben ihre Briefe nämlich in Schweizer Manier sauber, ordentlich und korrekt an. Steht auf einem Brief keine genaue Empfänger-Adresse, dafür aber ein Absender, wird der Brief retourniert. Falsche Postleitzahlen werden zudem von einem Scanner erkannt und korrigiert.

Kinder-Briefe oft ohne Adresse

Viele der Briefe aus der “Brief-Klinik” werden von Kindern eingeworfen und sind teilweise an fiktive Personen gerichtet, wie zum Beispiel an die Zahnfee oder das Christkindchen. “In der Weihnachtszeit gibt es dafür extra eine Poststelle. Diese schickt den Kindern, die an das Christkindchen oder den Weihnachtsmann schreiben einen Brief mit einem kleinen Geschenk zurück”, meint Oliver Flüeler.

Wir machen den Selbst-Test! Schickt uns eure Briefe ohne Adresse und wir schauen, wie viele davon bei uns ankommen! Eine Anleitung gibt’s hier.


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