Trump-Sohn will Informationen über Russlandkontakt geben

Traf sich vor den US-Präsidentenwahlen mit einer russischen Anwältin für angeblich kompromittierende Infos über Hillary Clinton: Jared Kushner, Präsidentenberater und Schwiegersohn von Donald Trump. (Archivbild)
Traf sich vor den US-Präsidentenwahlen mit einer russischen Anwältin für angeblich kompromittierende Infos über Hillary Clinton: Jared Kushner, Präsidentenberater und Schwiegersohn von Donald Trump. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/CAROLYN KASTER
Der älteste Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sich dazu bereit erklärt, einem Ausschuss des Senats Informationen über ein Treffen mit einer russischen Anwältin zu geben.Er sei bereit, dem Komitee das weiterzugeben, was er wisse, schrieb Donald Trump Jr.

am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Die republikanische Senatorin Susan Collins hatte zuvor erklärt, dass der 39-Jährige sich den Fragen des Geheimdienstausschusses stellen solle. Collins ist Mitglied des Gremiums.

Trumps Sohn hatte am Sonntag eingeräumt, dass er sich während des Wahlkampfes im vergangenen Sommer mit der Anwältin Natalia Veselnitskaja getroffen hatte, weil er sich von ihr Informationen über die Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, versprach.

Die «New York Times» wertete dies als ersten öffentlichen Hinweis darauf, dass zumindest einige Mitglieder aus Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, Hilfe von Russland anzunehmen.

Moskau wird gezielte Wahlbeeinflussung zugunsten des Republikaners vorgeworfen. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gegeben hat.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders erklärte am Montag, Donald Trump Jr. habe mit niemandem konspiriert, «um die Wahl zu beeinflussen».

Über das Treffen zwei Wochen nach Trumps Nominierung zum Kandidaten der Republikaner berichteten am Sonntag die «New York Times» und die «Washington Post». Das Treffen soll der früheste bekannte Russland-Kontakt von Trumps Wahlkampfteam sein und eine Bestätigung dafür, dass einige Mitglieder von Trumps Wahlkampfteam bereit gewesen seien, russische Hilfe anzunehmen.

Die «New York Times» berichtete unter Berufung auf drei Berater des US-Präsidialamts, die Anwältin habe Verbindungen zum russischen Präsidialamt gehabt. An dem Treffen im Trump Tower in New York hätten neben Donald Trump Junior auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

Trump Junior bestätigte in einer zitierten Stellungnahme das Treffen mit der Anwältin Veselnizkaja, nicht jedoch den Inhalt. Veselnitskaja sagte der «New York Times» zufolge am Samstag, dass nichts im Zusammenhang mit dem Präsidentschaftswahlkampf diskutiert worden sei.

«Nach dem Austausch von Freundlichkeiten erklärte die Frau, sie habe Informationen, dass Personen mit Verbindungen zu Russland das Democratic National Committee finanzierten und Frau Clinton unterstützten», erklärte der Präsidenten-Sohn demnach. Das Democratic National Committee ist die Parteiorganisation der Demokraten.

Die Äusserungen der Anwältin seien vage und unklar gewesen und hätten keinen Sinn ergeben, wird der Präsidenten-Sohn weiter zitiert. Es seien keine Details oder unterstützende Informationen genannt oder angeboten worden. Es sei schnell klar geworden, dass die Frau keine bedeutsamen Informationen gehabt habe.

Trump Junior erklärte, bei der Begegnung sei es um die Frage von Adoptionen russischer Kinder durch Paare in den USA gegangen, die Russlands Präsident Wladimir Putin zuvor ausgesetzt hatte. Er sei gebeten worden, an dem Gespräch teilzunehmen, und es habe kein weiteres Treffen gegeben.

Ein Sprecher des Anwaltsteams des US-Präsidenten sagte, dieser habe an fraglichem Treffen nicht teilgenommen. Er habe auch nichts davon gewusst. Trump weist energisch jedwede Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland zurück.

Trump hatte die Wahl im November gegen Clinton gewonnen. In den USA gehen derzeit mehrere Gremien dem Verdacht nach, Russland habe durch das Ausspionieren vertraulicher Daten die US-Präsidentenwahl beeinflusst. Zudem geht es um die Frage, ob es geheime Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Vertretern der Moskauer Regierung gab.

Im Rahmen des am Wochenende zu Ende gegangenen G20-Gipfels in Hamburg hatte Trump erstmals seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin getroffen. Nach Trumps Angaben wurde bei dem Gespräch auch der Aufbau einer gemeinsamen Sondereinheit zur Abwehr von Wahlmanipulation im Internet erörtert. «Es ist an der Zeit, voranzukommen zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Russland», betonte Trump.

(SDA)


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