Ammann und Deschwanden weit zurück

Nicht zufrieden: Simon Ammann liegt nach dem ersten Sprung nur auf dem 18. Platz
Nicht zufrieden: Simon Ammann liegt nach dem ersten Sprung nur auf dem 18. Platz © KEYSTONE/URS FLUEELER
Für Simon Amman und Gregor Deschwanden setzt es am Weltcup-Springen in Engelberg eine Enttäuschung ab. Die beiden Schweizer Topspringer klassieren sich nur in den Rängen 21 und 30.

Vom Selbstvertrauen, das die Schweizer Skispringer am Freitag nach der Qualifikation ausgestrahlt hatten, war 24 Stunden später nicht mehr viel übrig. Stattdessen überwog Unzufriedenheit, teils machte sich am Fuss der Titlis-Schanze gar Ratlosigkeit breit.

Dabei waren die Voraussetzungen, den vor einer Woche in Russland gezeigten Aufwärtstrend vor heimischer Kulisse fortzusetzen, ideal. Erstmals in diesem Winter konnte ein Weltcupspringen bei nahezu perfekten äusseren Bedingungen ausgetragen werden. Simon Ammann, als 21. Bester des Schweizer Quartetts, sprach denn auch unumwunden von einer verpassten Chance.

Noch schlechter erging es Gregor Deschwanden, der vor einer Woche im russischen Nischni Tagil mit Rang 7 sein bestes Weltcup-Ergebnis realisiert hatte. Deschwanden belegte nach Sprüngen auf 122,5 m und 120 m Rang 30 und wurde damit Letzter aller Finalteilnehmer. Nach dem ersten Sprung ausgeschieden waren Killian Peier (33., 124,0 m) und Luca Egloff (38., 120,0 m), der immerhin sein zweitbestes Weltcup-Resultat erzielte.

Für ein Novum in der 37-jährigen Weltcup-Geschichte sorgten Peter und Domen Prevc. Erstmals errang ein Brüderpaar auf höchster Stufe einen Doppelsieg. Der Triumph des um sieben Jahre älteren Peter war indes alles andere als eine Überraschung. Denn wird in dieser Saison ein Wettkampf nach zwei Durchgängen entschieden, gibt es am 23-jährigen Slowenen kaum ein Vorbeikommen. Erst wurde der wortkarge zweimalige Olympiamedaillen-Gewinner dreimal Zweiter, am Samstag grüsste er nun zum zweiten Mal innerhalb einer Woche von der obersten Stufe des Podests.

Am achten Weltcupsieg seiner Karriere hatte es bereits bei Halbzeit keine Zweifel mehr gegeben; Prevc ging mit einer Marge von umgerechnet sieben Metern in den Finaldurchgang. Spätestens seit diesem Wochenende gilt er an der Vierschanzentournee als Topfavorit. “Der Druck ist da, wenn man erfolgreich in die Saison startet”, weiss der Slowene. In der Gesamtwertung weist er bereits einen Vorsprung von 105 Punkten auf den Deutschen Severin Freund (am Samstag 8.) auf.

Komplettiert wurde das Podest nach dem ersten Wettkampf in Engelberg vom unverwüstlichen Japaner Noriaki Kasai. Peter Prevc wurde dergestalt beim Siegerfoto vom jüngsten und vom ältesten Springer umrahmt. Letztmals hatte der mittlerweile 43-jährige Kasai in Engelberg 1999 auf dem Podest gestanden – im Geburtsjahr von Domen Prevc. Dieser bestritt erst sein fünftes Weltcupspringen. Schlechter als Zwölfter war er dabei noch nie.

(SI)


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