Protest in Italien wegen Preis für Hermann Nitschs Lebenswerk

Der Aktionskünstler Hermann Nitsch - der schwarzgekleidete in der Mitte - arbeitet gern mit Tierkadavern. Italienische Tierschützer protestieren deshalb dagegen, dass er einen Preis bekommen soll. (Archivbild)
Der Aktionskünstler Hermann Nitsch - der schwarzgekleidete in der Mitte - arbeitet gern mit Tierkadavern. Italienische Tierschützer protestieren deshalb dagegen, dass er einen Preis bekommen soll. (Archivbild) © Keystone/EPA/Alejandro Ernesto
Dem Aktionskünstler Hermann Nitsch wird am Samstag der Internationale Preis der Kunstbiennale von Asolo nahe Treviso für sein Lebenswerk verliehen. Dagegen wehren sich Tierschützer heftig. Sie rufen zum Boykott der Veranstaltung auf.

Die Tierschützer appellierten an die Bürger Asolos, an Bürgermeister Mauro Migliorini Protestbriefe gegen den Preis an Nitsch zu schreiben. Kein Tier dürfe zur Unterhaltung für den Menschen und zu Kunstzwecken ausgenutzt werden. Auch tote Tiere sollten mit Respekt behandelt werden. “Kunst ist nicht nur Kultur, sondern auch Respekt und Sensibilität für alle Lebewesen”, kommentierten die Tierschützer. Nitsch sorgt mit seinem blutigen Orgien-Mysterien-Theater regelmässig für Aufregung.

Der Preis von Asolo gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für zeitgenössische Kunst in Italien. Er wird von der Gesellschaft “Itaca Investimenti d’Arte” zusammen mit der Provinz Treviso und der Gemeinde Asolo vergeben. Zwei Werke Nitschs sind seit einigen Tagen im ehemaligen Kloster St. Peter und Paul in Asolo ausgestellt.

Schon 2010 hatte der Künstler in Asolo seine Werke gezeigt und den Protest der Tierschützer ausgelöst. Die Veranstalter der Kunstbiennale verteidigten den Preis für Nitschs Lebenswerk. Der Österreicher sei ein Protagonist der Kunstgeschichte von internationalem Niveau, der ausserdem im Raum Asolos seinen Zweitwohnsitz habe.

(SDA)


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