Tarantino kritisiert USA

Quentin Tarantino (r) posiert mit dem Schauspieler Samuel L. Jackson anlässlich der Premiere von "The Hateful Eight" im australischen Sidney (Archiv)
Quentin Tarantino (r) posiert mit dem Schauspieler Samuel L. Jackson anlässlich der Premiere von "The Hateful Eight" im australischen Sidney (Archiv) © /AP/ROB GRIFFITH
Der US-amerikanische Filmregisseur Quentin Tarantino reist gerne nach Europa, weil hier die Leute wenige konservativ seien als in den USA. “Die Tarantino-Fans jedenfalls.”

“Der institutionalisierte Rassismus wuchert noch immer wild in unserem Land”, sagt Quentin Tarantino im Gespräch mit dem “Migros-Magazin”. Damit eckt er böse an in den USA. Dass einige Polizeigewerkschaften zum Boykott seiner Filme aufgerufen haben, bestätigt seiner Meinung nach seinen Standpunkt. “Sie wollen es mir zeigen und mich zum Schweigen bringen.”

Es gehe ihm – auch in seinem neuesten Film “The Hateful Eight” – darum, “die Wahrheit darzustellen”, betont der 52-Jährige. “Die Kritiker wollen einfach, dass ich die Sprache in meine Filmen säubere. Aber ich lasse mich nicht zensieren.”

Mit Kritik an sich habe er keine Probleme, “wenn sie konstruktiv ist”. Im übrigen wird Tarantino, je älter er wird, sanfter, “weniger wütend, vielleicht”. Und das macht ihn glücklich. “Ich war ein sehr wütender junger Mann. Aber in meinem Alter wäre Wut Fehl am Platz.” Er habe ein grossartiges Leben. “Es ist selten, dass ein Künstler meinen Status erreicht.”

Schliesslich distanziert sich Tarantino von dem Möglichkeiten der Social Media. “Ich bin old-school. Dass sich jemand meine Filme auf dem Smartphone ansieht, deprimiert mich.” Er lese auch lieber Zeitung und Magazine auf Papier gedruckt als auf einem E-Reader.

Quentin Tarantinos “The Hateful Eight” ist ein Western aus der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Sein Start in den Schweizer Kinos ist am 28. Januar.

(SDA)


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