Ragazer Beton-Ente aus Garten gestohlen

Von Angela Müller
Fahndungsbild der Polizei: Weisse Ente mit grauen Punkten gesucht.
Fahndungsbild der Polizei: Weisse Ente mit grauen Punkten gesucht. © zvg
Ein Kunstraub der ungewöhnlichen Sorte: Eine 60 Kilo schwere Ente aus Beton wurde in Bad Ragaz aus einem Garten gestohlen. Der Vogel heisst Picozzo und wurde vom Ragazer Künstler Giuseppe Garieri geschaffen.

“Das ist doch gemein”, war Guiseppe Garieris erster Gedanke als er am Montagabend feststellte, dass seine Beton-Ente gestohlen worden war. Die Figur stand zusammen mit einer grösseren Variante in seinem Garten an der Bahnhofstrasse in Bad Ragaz. Garieri kann es noch immer kaum fassen: “Ich frage mich einfach, warum.”

Zu schwer, um sie einfach wegzutragen

Die Beton-Ente Picozzo ist weiss mit grauen Punkten, 80 Zentimeter hoch und mindestens 60 Kilo schwer. Garieri, der auf dem Bau arbeitet, hat die Figur selbst entworfen und aus Beton gegossen. “Es müssen mindestens zwei Personen beteiligt gewesen sein, um sie überhaupt wegtragen zu können.”

Bei der Polizei geht man davon aus, dass die Skulptur mit einem Auto abtransportiert wurde. “Wir haben die unmittelbare Umgebung abgesucht aber nichts gefunden”, sagt Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Die Polizei sucht nun Zeugen.

Picozzo heisst Lausbub, Schlingel

Jetzt  steht nur noch ein Picozzo im Garten, er ist 2,2 Meter gross und der Künstler nennt ihn “Papa-Picozzo”. “Dieser war wohl definitiv zu schwer”, sagt Garieri. Picozzo bedeutet übrigens im Italienischen Lausbub oder Schlingel. “Den Namen habe ich der Ente gegeben, weil sie einen kleinen Kopf aber einen sehr grossen Schnabel hat.”

Bekannt für seine Blumenkunst

Der 60-jährige Künstler Guiseppe Garieri ist in Bad Ragaz durchaus bekannt oder zumindest seine kreative Kunst. An der Skulpturen Trienale Bad Ragartz steht er zwar nicht auf der offiziellen Künstlerliste – aber er ist “ein überaus gerne geduldeter Gastaussteller”, wie es auf der offiziellen Facebook-Seite von Bad Ragartz heisst. 2015 hat Garieri mit seiner Blumenkunst – bunte Margriten am Strassenrand –  auf sich aufmerksam gemacht.

Auch einige dieser Blumen stehen zusammen mit den Beton-Enten oder “Vögeln” wie sie in Ragaz  genannt werden in Garieris Garten. “Doch jetzt habe ich Angst, dass diese auch noch gestohlen werden.” Der Künstler stellt jedes Jahr zwischen Mai und September einige seiner Figuren im Garten aus. “Ob ich das auch in Zukunft tun kann, weiss ich noch nicht.”

 


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