Star-Wars-Sammlung im Hühnerstall

Familie Brooks macht im Museum "Rancho Obi-Wan" in Petaluma, Kalifornien, ein Selfie mit Jabba the Hutt (dpa - Bildfunk).
Familie Brooks macht im Museum "Rancho Obi-Wan" in Petaluma, Kalifornien, ein Selfie mit Jabba the Hutt (dpa - Bildfunk). © /dpa/Barbara Munker
Steve Sansweet zeigt auf der “Obi-Wan”-Ranch in Nordkalifornien die wohl grösste Sternenkrieger-Sammlung der Welt. Die Macht lauert in umgebauten Hühnerställen. Das Schlaraffenland für Sternenkrieger liegt eine gute Autostunde nördlich von San Francisco.

Sansweet empfängt seine Besucher im T-Shirt mit dem Logo “Trööpermeister”, eine Wortschöpfung aus Stormtrooper und Jägermeister. Schmunzelnd räumt er ein, von “Star Wars” besessen zu sein. Das Guinness-Buch der Rekorde bestätigte das 2013. Mit mehr als 90’000 katalogisierten Objekten habe Sansweet die weltgrösste Sammlung, befanden die Schiedsrichter.

Insgesamt schätzt Sansweet den Bestand auf fast das Vierfache: Actionfiguren, Filmrequisiten, Plakate, Kostüme und Spielzeug aus aller Welt, von Fans gebastelt, vom George-Lucas-Imperium produziert, aus Mülltonnen gefischt und auf Sammlermessen teuer ersteigert.

Eine Führung, gewürzt mit Fachwissen und Anekdoten, dauert drei bis vier Stunden. Sansweet zeigt auf etwas “extrem Seltenes” in einer Glasvitrine. “Ein Stück des Millennium-Falken-Originals von den Dreharbeiten zu ‘Das Imperium schlägt zurück'”. Weltweit gebe es davon nur zehn Restposten. Eine seltene Jawa-Actionfigur aus dem Jahr 1978, die er damals für 45 Dollar erstand, ist jetzt Tausende Dollar wert.

Die Tour führt durch ein Badezimmer mit Star-Wars-Zahnbürsten und “Storm Pooper”-Klopapier. Durch eine Bibliothek mit zigtausend Büchern in 34 Sprachen, darunter Exemplare aus der Mongolei und in Blindenschrift. Die nächste Tür führt in ein riesiges Lager mit vollgepackten Regalen. Auf die Besucher wartet auch noch eine “Schatzkammer” und eine Halle mit Kunstwerken und Requisiten.

Sansweet war 31 Jahre alt, als ihn das “Krieg der Sterne”-Fieber 1977 packte. Sein erstes Sammlerstück war eine Werbebroschüre für den Film, die er in Los Angeles aus einem Papierkorb im “Wall Street Journal”-Büro fischte.

Der 70-Jährige war lange Journalist für die Zeitung, doch dann machte er sein Sternenkrieger-Hobby zum Beruf. 1996 zog er nach Nordkalifornien und heuerte bei Lucasfilm als Marketing-Chef und als Leiter der Fanbetreuung an. 15 Jahre wirkte er im engen Kreis um “Star Wars”-Schöpfer George Lucas mit.

(SDA)


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