Rapperswil-Jona Lakers verkürzen auf 2:3

Wurde nach 9:19 Minuten der Verlängerung zum vierten Mal überwunden: Ajoies Goalie Gauthier Descloux
Wurde nach 9:19 Minuten der Verlängerung zum vierten Mal überwunden: Ajoies Goalie Gauthier Descloux © KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER
Die Rapperswil-Jona Lakers verkürzen im NLB-Playoff-Final auf 2:3. Der NLA-Absteiger gewinnt die fünfte Partie gegen Ajoie 4:3 nach Verlängerung. 3:1 führten die Gäste aus dem Jura bis zur 57. Minute. Sie kontollierten scheinbar mühelos das Geschehen.

Dann aber glichen Ryan McGregor und Reto Schmutz innerhalb von 68 Sekunden die Partie aus. McGregor hatte im ersten Abschnitt schon das erste Rapperswiler Goal erzielt. McGregor war die grosse Figur dieses fünften Finals. In der Overtime bereitete er in der 70. Minute magistral in Unterzahl (!) auch noch das 4:3 vor. McGregors Zuspiel konnte Andrew Clark aus kurzer Distanz verwerten.

Zur Dramatik und zum packenden Finish passte auch, dass Ajoies Goalie Gauthier Descloux beim entscheidenden Gegentreffer keinen Goaliestock in der Hand hatte. Zweimal verpasste Descloux die Chance, den Stock selber wieder zu behändigen, als dieser noch in unmittelbarer Nähe hinter seinem Gehäuse auf dem Eis lag. Später wurde die Goalieschaufel von einem Laker wegspediert. Und Desloux traute sich nicht, sie aus dem Tor zu holen, als die Jurassier vor Rapperswils Goal Powerplay spielten.

Vier Minuten vor Rapperswils Siegestor hatte Ajoie schon zu früh über den zweiten NLB-Meistertitel nach 1992 gejubelt. Die Referees erkannten auf dem Eis auf “Goal” durch Dario Kummer, stellten aber beim Videostudium fest, dass der Puck die Torlinie nie ganz überschritten hatte.

Nach dem Drama von Rapperswil sind die SCL Tigers und der EHC Biel ihre Abstiegssorgen noch nicht los. Rapperswil enttäuschte am Dienstag 57 Minuten lang, setzte dann aber zu einem Sturmlauf an, der allen Beobachtern aus Langnau und Biel Angst machen muss. In der Overtime vergaben die Lakers vor dem Siegestor durch Clark, Dario Schommer und Antonio Rizzello schon hochkarätige Möglichkeiten.

In der Serie verfügt Ajoie weiterhin über die besseren Karten. Am Freitag können sie in der Patinoire Voyeboeuf den zweiten Matchball ausspielen. In Pruntrut hat Ajoie seit dem Jahreswechsel erst ein Heimspiel verloren und 16 Mal gewonnen.

Und die Rapperswil-Jona Lakers müssen ihre Aufstiegsträume möglicherweise selbst dann nicht begraben, wenn sie die Ligaqualifikation verpassen. Die National League hat Rapperswil-Jona offiziell kontaktiert und angefragt, ob sie allenfalls bereit wären, bei einem Rückzug der Kloten Flyers in die NLA nachzurücken. Dem Vernehmen nach reagierten sie am Obersee eher skeptisch auf die Anfrage. Man will den Wiederaufstieg sportlich schaffen.

Telegramm:

Rapperswil-Jona Lakers – Ajoie 4:3 (1:2, 0:1, 2:0, 0:1) n.V.

3672 Zuschauer. – SR Clément/Mandioni, Gnemmi/Pitton. – Tore: 4. Barras (Hazen, Casserini) 0:1. 12. Mäder (Ramon Diem, Büsser) 0:2. 14. McGregor (Schommer) 1:2. 25. Mäder (Girardin, Casserini) 1:3. 57. McGregor (Schlagenhauf, Thöny) 2:3 (ohne Torhüter). 58. Reto Schmutz (Schlagenhauf, Profico) 3:3. 70. (69:19) Andrew Clark (McGregor/Ausschluss Schlagenhauf!) 4:3. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 4mal 2 Minuten gegen Ajoie. – PostFinance-Topskorer: Kuonen; Devos.

Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Profico, Valentin Lüthi; Geyer, Patrick Blatter; Sataric, Grieder; Marc Zangger, Grossniklaus; Aulin, Andrew Clark, Rizzello; Kuonen, Schlagenhauf, Reto Schmutz; Hügli, McGregor, Schommer; Schaub, Vogel, Thöny.

Ajoie: Descloux; Rouiller, Hauert; Casserini, Simon Barbero; Kevin Ryser, Büsser; Pouilly, Orlando; Hazen, Devos, Barras; Ramon Diem, Kummer, Horansky; Frossard, Victor Barbero, Girardin; Staiger, Mäder, Tuffet.

(SDA)


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