Rappi-Stapi: «Die Saison war perfekt»

Von Stephanie Martina
Die Lakers steigen auf - Rapperswil jubelt.
Die Lakers steigen auf - Rapperswil jubelt. © Keystone/Petra Orosz
Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Fans der Rapperswil-Jona Lakers den Aufstieg ihres Teams in die National League – auch Stadtpräsident Martin Stöckling. Nach einer kurzen Nacht erzählt der langjährige Fan mit heiserer Stimme von einer perfekten Saison.

Es war die Nacht der Nächte für die Fans der Rapperswil-Jona Lakers. Bis in die frühen Morgenstunden feierten sie die Rückkehr ihrer Mannschaft in die höchste Spielklasse, schliesslich hatten sie auf diesen Moment drei Jahre lang gewartet. Viele der rund 1000 Lakers-Fans, die sich nach dem Spiel auf dem Rapperswiler Hauptplatz versammelt hatten, machten sich erst gegen Morgen auf den Heimweg. Auch Rapperswil-Jonas Stadtpräsident Martin Stöckling war erst gegen vier Uhr im Bett.

Am Tag nach der grossen Aufstiegssause ist die Stimme des FDP-Politikers heiser, doch seine Laune glänzend: «Der gestrige Abend und die letzte Nacht waren zweifelsfrei ein Highlight. Eigentlich war die ganze Saison perfekt: Die Mannschaft spielte eine super Qualifikation, gewann den Cup, wurde B-Meister und steigt nun auch noch auf.»

«Es war eine emotionale Berg- und Talfahrt»

Seit 40 Jahren ist der FDP-Politiker ein grosser Rappi-Fan, doch eine solche Zitterpartie wie jene am Mittwoch hat er schon lange nicht mehr erlebt: «Es war ein Auf und Ab, eine emotionale Berg- und Talfahrt, sowohl für Rappi als auch für Kloten.» Es habe bereits während der regulären Spielzeit jederzeit auf eine Seiten kippen können. Während der Serie habe er nicht immer daran geglaubt, dass Rapperswil-Jona am Ende jubeln würde, gesteht Stöckling. «Aber ich habe es immer gehofft.»

Stadtpräsident Martin Stöckling ist seit 40 Jahren Fan der Lakers.

Martin Stöckling, Stadtpräsident von Rapperswil-Jona (Bild: zVg)

Als Jan Mosimann in der Overtime das Aufstiegs-Tor erzielte, gab es für den Stadtpräsidenten und alle anderen Lakers-Fans kein Halten mehr. «In diesem Moment ist die Stimmung explodiert, man könnte sagen, dass wir in einer kollektiven Ekstase waren», schildert Stöckling. Danach hätten sich alle auf dem Hauptplatz versammelt, um die Mannschaft nach ihrer Rückkehr aus Kloten zu empfangen. Was das Team geschafft hatte, sei ihm erst in der Menschenmenge in der Stadt richtig bewusst geworden, sagt Stöckling. «Es ist verrückt, wenn der Ausgang einer ganzen Saison am Ende von einem Treffer abhängt. Wenn ein Tor darüber entscheidet, ob die Saison in Euphorie oder in einem Desaster endet.»

Positives Image für Rapperswil

Nicht weniger bedeutsam als der sportliche Erfolg ist für den Stadtpräsidenten die Transformation, die der Club in den vergangenen Jahren durchgemacht hat. «Vor drei Jahren sind wir abgestiegen und die halbe Schweiz war froh darüber. Seitdem Trainer Jeff Tomlinson und Geschäftsführer Markus Bütler das Ruder übernommen haben, wurde aus dem einst nach aussen hin unsympathisch wirkenden Club ein Sympathieträger», sagt Stöckling. Dieses erfolgreiche Image, das der Verein ausstrahle, sei auch für die Stadt wichtig.

Friedliche Aufstiegsfeier

Laut Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, sind die Feierlichkeiten friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. «Die Polizei war vor Ort, um für die Sicherheit zu sorgen, wie immer, wenn sich an einem Ort viele Menschen versammeln. Aber wir sind aber froh, dass wir nicht einschreiten mussten», sagt Krüsi.

Bis zum Sonnenaufgang war Rapperswil im Ausnahmezustand. Wie der Stadtpräsident Martin Stöckling dürften heute viele Fans etwas müder ihrer Arbeit nachgehen – mit heiserer Stimme, aber glücklich.


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