Raucher zünden immer wieder Abfallkübel an

Ausdrücken will gelernt sein: St.Galler Ladenbesitzer nerven sich über brennenden Abfall im Niederflurkübel.
Ausdrücken will gelernt sein: St.Galler Ladenbesitzer nerven sich über brennenden Abfall im Niederflurkübel. © TVO/Rahel Röthlin
Ladenbesitzern in der Stadt St.Gallen stinkt es. Und zwar wortwörtlich. Weil Raucher ihre Zigarettenstummel auf den öffentlichen Abfallkübeln nicht richtig ausdrücken, kommt es immer wieder zu Bränden.

Ladenbesitzer und Verkäufer in der St.Galler Innenstadt sind genervt über die öffentlichen Abfallkübel. Diese fangen immer wieder an zu qualmen oder sogar zu brennen, weil Raucher ihre Stummel auf dem Aschenbecher nicht richtig ausdrücken, schreibt «20 Minuten». So fällt die brennende Zigarette durch den Aschenbecher in den Kübel und setzt dort den Abfall in Brand.

Ladenbesitzer fühlen sich nicht ernst genommen

Katja Veeravahu hat genug. Seit Jahren spielt sie immer wieder «Feuerwehr» und muss den öffentlichen Abfallkübel vor dem Laden in der Multergasse löschen. Denn wenn der Abfall unterhalb des Aschenbechers anfängt zu brennen, zieht der Rauch direkt in ihre Verkaufsfläche. Letzthin hatte die 31-jährige Shopmanagerin von Lush St.Gallen genug: «Die Feuerwehr sagte mir am Telefon, ich solle doch Wasser in den Kübel schütten und beobachten». Das sei aber nicht die Aufgabe der Ladenbesitzer, sondern ganz klar die der Feuerwehr, stellt Veeravahu klar. Sie fühlt sich von den Behörden nicht ernst genommen: «Man fühlt sich alleine gelassen mit dem Problem. Es ist ein wenig wie ein Schildbürgerstreich, wenn man brennende Sachen oberhalb eines Abfallkübels deponieren muss.»

Der Beitrag von TVO-Journalistin Rahel Röthlin:

Auch der «City Coiffeur» oberhalb von Veeravahus Laden bleibt vom Rauch nicht verschont. Geschäftsführer Gabriel Gabriel musste seinen Kunden schon diverse Male erklären, dass nicht der Föhn brennt, sondern der Abfallkübel in der Multergasse. Gabriel, seine Angestellten, sowie die Kunden des Coiffeurs leiden unter der Rauchentwicklung.

Hauptgrund sind die Raucher

«Unsere Angestellten kontrollieren die Unterflur-Abfallcontainer regelmässig», sagt Gerald Hutter vom Strasseninspektorat der Stadt St.Gallen. Die Abfallkübel werden zudem regelmässig gereinigt. «Wir versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen und haben hierfür bereits Kontakt mit dem Hersteller der Container aufgenommen.» Verbesserungsmöglichkeiten sind gesucht.

Doch dass Abfallkübel Feuer fangen, sei kein neues Phänomen. Früher sei ein brennender Container noch um einiges gefährlicher gewesen, sagt Hutter: «Damals bestanden die Abfallkübel noch aus Kunststoff. Wenn so einer angefangen hat zu brennen, sind sie regelrecht geschmolzen und haben gebrannt.» Mit den heutigen Abfallkübeln sei bereits eine grosse Verbesserung erreicht worden. Lediglich ein Mottbrand ist mit den heutigen Kübeln noch möglich.

Laut der Stadt St.Gallen sind die Hauptschuldigen für die brennenden Abfallkübel schnell gefunden: Raucher. Würden diese ihre Zigaretten richtig im Aschenbecher ausdrücken, käme es gar nicht erst zu einem Brand.

(saz/rro)

 

 


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