Rausschmiss: «Typisch für das Restaurant»

Von Laurien Gschwend
Macht negativ auf sich aufmerksam: Das Restaurant «Marktplatz» in St.Gallen. (Symbolbild)
Macht negativ auf sich aufmerksam: Das Restaurant «Marktplatz» in St.Gallen. (Symbolbild) © zVg
Dass eine Mutter letzte Woche wegen ihres Kinderwagens aus dem Restaurant «Marktplatz» in St.Gallen geschmissen wurde, ist für viele keine Überraschung. «Eine Frechheit», so der Tenor auf FM1Today und Facebook.

Sie wollte mit ihren einjährigen Zwillingsmädchen und einem Freund im «Marktplatz» essen und verliess das Lokal kurz darauf mit leerem Magen, dafür voller Wut. Wegen ihres Kinderwagens wurde eine junge Mutter aus Heiden vor einer Woche des Restaurants verwiesen. Das «Marktplatz» war zu diesem Zeitpunkt, nachmittags um 14 Uhr, praktisch leer. «Ich fühlte mich unwillkommen», berichtet die Frau.

Nachdem FM1Today über den Fall berichtete, meldeten sich über 150 Personen in den Kommentarspalten der Newsseite und Facebook zu Wort – mit Solidaritätsbekundungen und ähnlichen Erfahrungen. «Typisch für das Restaurant», meint Rahel auf Facebook. «Was machen sie mit Leuten mit Rollator oder Rollstuhl?», fragt sich Claudia, «das ist eine absolute Frechheit».

«Hätte ich das Baby draussen lassen sollen?

Billa schreibt auf FM1Today: «Ist mir vor drei Jahren im gleichen Restaurant passiert. Habe sogar per Mail Kontakt mit dem Restaurant aufgenommen, aber bis heute nichts gehört. Gehe seit diesem Vorfall nicht mehr ins ‹Marktplatz›.» Auch Leserin Juliana macht einen Bogen um das «Marktplätzli»: «Ich wollte an einem kalten Regentag mit meinem schlafenden Baby einkehren. Der Kellner sah mir zu, wie ich mich mühsam ins Restaurant kämpfte. Als ich dann drinnen war, sagte er mir, dass Kinderwagen nicht erlaubt seien», kommentiert sie auf Facebook. Die Mutter hat kein Verständnis für die Hausregel des Lokals, das zur Peter Schildknecht Gastronomie (PSG) gehört. «Hätte ich das schlafende Baby draussen im Kinderwagen lassen sollen? Unglaublich!»

«PSG, das sagt alles»

Einige Kommentatoren halten im Allgemeinen nicht viel von der St.Galler Restaurantkette. «PSG, das sagt ja schon alles», findet Kurt. Das Essen sei sowieso nicht gut, so die Meinung von Marco. Die Schlussfolgerung von Marcel: «Am besten gar nicht mehr hin gehen.» Das Unternehmen solle dem Erdboden gleich gemacht werden, meint ein anonymer Kommentator. Sanjo freut sich darüber, wenn das «Marktplatz» künftig von Eltern mit kleinen Kindern boykottiert wird: «Ab sofort mein Lieblingsresti. Keine schreienden Kinder, wunderbar.»

Eine Umfrage, an der sich bis Donnerstagebend 600 Personen beteiligt haben, zeigt folgendes Ergebnis:

Wenige positive Stimmen

Neben vielen negativen Meinungen können einige Leserinnen und Leser nachvollziehen, weshalb die Familie aus Heiden nicht im Restaurant einkehren durfte. «Im ‹Marktplatz› ist wirklich nicht viel Platz. Da kann ich verstehen, dass ein Zwillingswagen nicht gerade willkommen ist», schreibt eine Mutter. Elisabeth nimmt die Angestellten in Schutz: «Ich finde traurig, wie ihr das Restaurant runtermacht.» Auch das Service-Personal habe einmal einen schlechten Tag. «Stellt euch vor, wenn jeder so viel Platz braucht?» Ein Vater ist der Ansicht, «Marktplatz» sei «ein tolles Resti». «Ich frage mich, weshalb man da mit einem Kinderwagen reingeht.»

Trotz der sehr negativen Kritik am Lokal wollte sich der «Marktplatz»-Geschäftsführer weiterhin nicht zum Vorfall von vergangener Woche äussern. Er liess ausrichten, er habe freigenommen. Mehrfache Versuche von FM1Today, eine Stellungnahme zu erreichen, blieben erfolglos.


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