Rebellengruppen gespalten vor Beginn von Waffenruhe in Syrien

Rebellengruppen gespalten vor Beginn von Waffenruhe in Syrien
© KEYSTONE/AP Ahrar al-Sham Twitter Page/UNCREDITED
Nach schweren Kämpfen soll am Montagabend in Syrien eine Feuerpause beginnen. Mehrere syrische Rebellengruppen signalisierten ihre Bereitschaft zur Einhaltung der Waffenruhe. Die einflussreiche Bewegung Ahrar al-Scham äusserte sich dagegen am Sonntag ablehnend.

«Das syrische Volk kann keine halben Lösungen akzeptieren», hiess es in einem von der Gruppe veröffentlichten Video. Ahrar al-Scham war die erste unter einer Vielzahl von Rebellengruppen in Syrien, die offiziell auf die Vereinbarung über die Waffenruhe eingegangen ist.

Am heutigen Montag (18.00 Uhr MESZ) soll in Syrien die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe in Kraft treten. Sie soll zunächst für 48 Stunden gelten und könnte dann verlängert werden.

Im Video, das Ahrar al-Scham auf YouTube veröffentlichte, sagt der Vize-Anführer der Gruppe, Ali el-Omar, «die russisch-amerikanische Vereinbarung» lasse «all die Opfer und all die Gewinne unseres revoltierenden Volkes verpuffen». «Sie trägt nur dazu bei, das Regime zu stärken und die Revolution militärisch einzukreisen.»

Die Gruppierung nahm auch Anstoss an dem Passus, dass die Rebellen im Rahmen der Feuerpause ihre Zusammenarbeit mit den Dschihadisten der Fateh-al-Scham-Front beenden sollen. Deren Sprecher Mostafa Mohamed erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, «alle Gespräche und Vereinbarungen, die nicht die Kämpfer vor Ort einbeziehen», seien «nutzlos».

Die Freie Syrische Armee, die diverse Gruppierungen der Aufständischen unter ihrem Dach bündelt, erklärte dagegen in einem Brief an die USA, sie werde «positiv kooperieren». Allerdings wird in dem Schreiben auch die Sorge geäussert, dass die Regierung in erster Linie von dem Abkommen profitieren könnte.

Aus dem Text ging nicht explizit hervor, dass die Rebellen sich an die Abmachung halten werden. Zwei Aufständische sagten aber der Nachrichtenagentur Reuters, sie würden die Waffenruhe respektieren, wenn diese am Montagabend in Kraft tritt.

Das wichtigste Oppositionsbündnis, das Hohe Verhandlungskomitee, hatte am Sonntag erklärt, die Vereinbarung werde noch geprüft. Die syrische Führung in Damaskus hatte der Vereinbarung am Samstag zugestimmt. Gebilligt wurde sie auch vom Iran, einem wichtigen Verbündeten der syrischen Regierung.

Auch die libanesische Hisbollah-Miliz, die auf Seiten der Regierungstruppen in den Bürgerkrieg eingegriffen hatte, erklärte ihre Unterstützung.

(SDA)


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