Rechte treffen sich erneut in der Ostschweiz

Ausschnitt aus dem Flyer, mit dem die Pnos für das Fest wirbt.
Ausschnitt aus dem Flyer, mit dem die Pnos für das Fest wirbt. © pd
Nur wenige Tage nach dem Neonazi-Konzert in Unterwasser kündigt sich eine weitere rechte Gruppierung im Kanton St.Gallen an. Die Pnos will die Gründung von fünf Ostschweizer Sektionen feiern – und hat dazu eine offen rechtsextreme Band eingeladen.

Der Zeitpunkt könnte kaum pikanter sein: Am Wochenende haben rund 5000 Rechtsextreme im Toggenburg eine Party gefeiert, am Montagabend kündigt die Partei national orientierter Schweizer (Pnos) auf kommenden Samstag die Gründungsfeier von fünf neuen Sektionen in der Ostschweiz an.

Die rechtsextreme Partei schreibt, dass die Feier «in der Region Rapperswil» stattfinden soll. Dass kein genauer Ort für die Veranstaltung angegeben wird, ist kein Zufall. Die Mitglieder der Rechtspartei wollen unter sich bleiben. Anfragen zur Gründungsfeier, den Sektionen, dem Rahmenprogramm und weiteren Informationen liess die Pnos unbeantwortet, den Medien wird prinzipiell misstraut.

Offen rassistische Band

Als Redner sind Parteipräsident Dominic Lüthard und die Vorsitzenden der Kantonalsektionen angekündigt. Zudem soll die Rockband Flak aus dem deutschen Rheinland spielen. Die Band präsentiert sich offen rechtsextrem und ruft zu Gewalt gegen Links auf. Flak organisiert übrigens im November ein Konzert «Im Westen des Reiches» mit mehreren weiteren Rechts-Bands. Unter anderem sollen auch Frontalkraft auftreten. Jene Neonazi-Band also, die vergangenes Wochenende in Unterwasser vor 5000 Rechtsextremen gespielt hat. Man kennt sich in der Szene…

Eigener Sicherheitsdienst

Die Pnos wurde vom Bundesamt für Polizei als rechtsextreme Organisation eingestuft. In den vergangenen Jahren hat sich die Partei jedoch zunehmend den sogenannten «Neuen Rechten», wie der deutschen NPD, zugewandt. Mehrere ehemalige und aktuelle Mitglieder der Pnos sind wegen Rassendiskriminierung, Holocaust-Leugnung oder Gewaltaufrufen verurteilt oder angeklagt worden. Für Entrüstung sorgte auch die Gründung einen eigenen «Bürgerwehr» im Jahr 2015. Mit dem «Ahnensturm», oder kurz AS in Anlehnung auf die nationalsozialistische Sturmabteilung (SA), sollen laut eigenen Worten «bei Veranstaltungen der Partei für Sicherheit sorgen».

(red.)


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