Rechtsrutsch im Nationalrat – Offenes Rennen im Ständerat

Nach dem Wahlsonntag sind 19 der 46 Stühle im Ständeratssaal noch nicht vergeben. (Archivbild)
Nach dem Wahlsonntag sind 19 der 46 Stühle im Ständeratssaal noch nicht vergeben. (Archivbild) © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die SVP geht als klare Siegerin aus den Nationalratswahlen hervor. Sie hat 11 Sitze gewonnen und kommt damit auf den historischen Höchststand von 65 Sitzen. Im Ständerat bleiben die Verhältnisse stabil, doch ist noch vieles offen.

Im Nationalrat hat die SVP zusammen mit der FDP und den kleinen Rechtsparteien Lega und Mouvement Citoyen Genevois neu mit 101 Sitzen die absolute Mehrheit. Die SP büsst drei Sitze ein und hat noch 43 Mandate. Die FDP kommt mit drei Sitzgewinnen neu auf 33 Vertreterinnen und Vertreter. Die CVP verliert einen Sitz und kommt noch auf 28 Mandate.

Zu den grossen Wahlverlierern gehören die Sieger der Wahlen 2011. Hart traf es die Grünliberalen, welche 5 ihrer Deputierten einbüssten und noch 7 Sitze haben. Die BDP, die Partei von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf erzielte 7 Sitze, zwei weniger als vor vier Jahren. Federn lassen mussten ausserdem die Grünen. Sie verloren 5 Sitze und kommen noch auf 10.

Erfolge feiern konnten dagegen kleine Linksparteien. BastA! errang in Basel-Stadt einen Nationalratssitz. Im Kanton Neuenburg hat sich die Partei der Arbeit (PdA) einen Sitz geholt. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 Prozent.

Etliche amtierende Nationalrätinnen und Nationalräte sind abgewählt worden, unter ihnen bekannte Köpfe wie SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin in Schwyz, die Grüne Aline Trede in Bern und SVP-Vertreter Christoph Mörgeli in Zürich.

Mit dem 20. Platz reichte es Mörgeli nicht in die 12-köpfige Abordnung seiner Partei. Ebenfalls jüngeren Kräften Platz machen müssen Hans Fehr und Ernst Schibli. Insgesamt sind sechs Neue in der Zürcher SVP-Deputation.

Dafür gelang in Zürich zwei Quereinsteigern auf Anhieb der Sprung in die grosse Kammer. Für die SVP wurde “Weltwoche”-Chefredaktor Roger Köppel mit dem Spitzenresultat gewählt. Für die SP gelang dem Ex-Diplomaten Tim Guldimann das selbe Kunststück.

Mit Magdalena Martullo-Blocher zieht für Graubünden ebenfalls eine Quereinsteigerin ins Parlament ein. Die Tochter von alt Bundesrat Christoph Blocher sicherte ihrer Partei einen Sitzgewinn zulasten des Grünliberalen Josias Gasser.

Im Ständerat ist ein Rechtsrutsch ausgeblieben. Damit könnte der Graben zwischen National- und Ständerat noch tiefer werden. Vieles entscheidet sich jedoch erst im zweiten Wahlgang im November: Ein solcher ist in insgesamt zwölf Kantonen nötig. 19 der 46 Sitze sind nach dem ersten Wahlgang am Sonntag noch nicht besetzt.

Bisher hat die FDP zwei Sitze dazugewonnen, die CVP büsste ein Mandat ein, und die GLP wird künftig nicht mehr vertreten sein. Vor allem für die SP ist noch vieles offen: Sie muss sechs Sitze in zweiten Wahlgängen verteidigen.

(SDA)


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