Regisseur Calixto Bieito sieht sich als schwermütigen Künstler

Calixto Bieito hasst Gewaltorgien. Aber er bringt sie auf die Bühne, weil sie schon bei Shakespeare eine zentrale Rolle spielten.
Calixto Bieito hasst Gewaltorgien. Aber er bringt sie auf die Bühne, weil sie schon bei Shakespeare eine zentrale Rolle spielten. © /EPA DPA/FELIX ZAHN
Der international gefragte spanische Opernregisseur Calixto Bieito sieht sich in seiner Arbeit oft von Hass, Schwermut, bisweilen aber auch von Glück getrieben.

“Ich persönlich leide unter Schwermut”, sagte der 52-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich verteidigte er seine oft extrem blutrünstigen Gewaltexzesse. “Ich bringe Gewalt in meine Shows, weil ich Gewalt verabscheue – sehr. Ich hasse sie”, sagte er. “Es ist keine Therapie für mich. Wenn es Gewalt gibt in meinen Stücken, dann weil es schon in den Werken von Shakespeare oder anderen ist. Auch Schiller ist voll von Gewalt.”

Nach der Gewalt gegen Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten äusserte sich der als Provokateur bekannte Künstler auch zur Flüchtlingskrise. “Was die Deutschen für die Flüchtlinge getan haben, ist phantastisch. Es ist ein Risiko”, sagte er.

“Es ist klar, dass man sich um die Menschen, die fliehen, kümmern muss. Es geht hier um Solidarität”, betonte er. Zugleich meinte er aber auch, dass Zuwanderer Regeln beachten müssten. “Wenn du die nicht befolgst, dann respektierst du das System nicht, das wir hier haben”, sagte Bieito.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen