Reiselust der Schweizer unverändert hoch

Ab an den Strand nach Griechenland: Bei den Schweizern sind Badeferien im östlichen Mittelmeer in diesem Jahr sehr beliebt. Im Bild hier ein Strand der Kykladen-Insel, Naxos. (Themenbild)
Ab an den Strand nach Griechenland: Bei den Schweizern sind Badeferien im östlichen Mittelmeer in diesem Jahr sehr beliebt. Im Bild hier ein Strand der Kykladen-Insel, Naxos. (Themenbild) © KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Nach dem bereits sehr guten Vorjahr ist die Reiselust der Schweizer Bevölkerung heuer nochmals gewachsen. Die grossen Reiseveranstalter rechnen mit 4 bis 6 Prozent mehr Buchungen für Ferien in diesem Sommer und Herbst.

Dies ergab eine Umfrage des Schweizer Reise-Verbands (SRV) bei den Reiseveranstaltern Hotelplan Suisse, DER Touristik Suisse (Kuoni und Helvetic Tours), TUI Suisse, ITS Coop Travel, Knecht Reisen, Globetrotter und Bentour, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. «Grundsätzlich wird 2018 für die Schweizer Reisebranche ein sehr guter Jahrgang», schrieb der SRV in einem Communiqué.

Ein Rekordjahr sei allerdings nicht in Sicht, sagte SRV-Geschäftsführer Walter Kunz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Aber immerhin dürfte 2018 das beste der letzten drei bis vier Jahre werden. Ein Grund für die zahlreicheren Buchungen sei das Ausbleiben von politischen Unruhen oder Terroranschlägen, die in den Vorjahren aufs Geschäft gedrückt hatten.

Zudem würden wieder mehr Leute bei Reisebüros buchen, um in sicheren Händen zu sein. «Die Kunden wissen zwar, dass immer etwas passieren kann wie Terroranschläge oder Naturkatastrophen», sagte Kunz. Aber Reiseveranstalter würden in einem solchen Fall eine Alternative anbieten. Überdies kämen wieder mehr Menschen ins Reisebüro für komplexere Reisen. Diese im Internet zusammenzustellen, sei aufwendig.

Einen steilen Aufwärtstrend zeigen die Ferienländer Türkei, Tunesien und Ägypten, die in den Vorjahren unter Terroranschlägen und politischen Unruhen gelitten hatten. Allerdings sei man noch einiges vom Niveau früherer Jahre entfernt, sagte Kunz.

Auffällig sei, dass es dieses Jahr eine Verlagerung vom westlichen Mittelmeer ins östliche gebe. Spanien und speziell Mallorca, die in den vergangenen beiden Jahren die absoluten Überflieger gewesen seien, müssten einige Federn lassen, hiess es im Communiqué.

Angesichts des Booms hatten die Spanier die Hotelpreise markant erhöht. Zudem sind die Flugpreise nach Mallorca als Folge der Pleite von Air Berlin deutlich gestiegen. Davon würden jetzt Griechenland, Zypern und die Südtürkei profitieren.

Allerdings sei das kein neues Phänomen: «Schon früher gab es eine Wellenbewegung zwischen dem westlichem und östlichem Mittelmeer», sagte Kunz: Immer wenn eine Destination sehr gefragt gewesen sei, seien dort die Preise so gestiegen, bis die Leute wegbleiben würden. Ein weiterer Effekt sei, dass man woanders hin wolle, wenn man in den vergangenen Jahren mehrmals hintereinander in Spanien seine Ferien verbracht habe.

Bei den Fernreisen halte der Kanada-Boom an. Ebenfalls im Aufschwung sei Südafrika.

Auch Kurzentschlossene schauen nicht in die Röhre: Trotz der guten Buchungszahlen seien zu allen Zielen auf der Nah- und Mittelstrecke noch Plätze in Flugzeugen verfügbar, hiess es.

(SDA)


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