Rekordjahr für Pilzkontrolleure im FM1-Land

Dieses Jahr wurden so viele Pilzkörbe in den Botanischen Garten St.Gallen gebracht wie noch nie.
Dieses Jahr wurden so viele Pilzkörbe in den Botanischen Garten St.Gallen gebracht wie noch nie. © Tagblatt
Die Pilzkontrollstelle der Stadt St.Gallen hat in diesem Jahr während 421 Kontrollen rund 229 Kilogramm Pilze geprüft, in Appenzell waren es gar 920 Kontrollen. Das sind so viele wie noch nie. 

Ende Oktober endete für die Pilzkontrollstelle des Botanischen Gartens in St.Gallen eine erfolgreiche Pilzsaison: 421 Kontrollen wurden bei Privatpersonen durchgeführt. Insgesamt hatten die Kontrolleurinnen und Kontrolleure 229 Kilogramm Pilze in den Händen, wovon 53 Kilogramm verdorben, ungeniessbar oder giftig waren. Bei fünf Kontrollen wurden 260 Gramm tödlich giftige Pilze entdeckt.

Auf schlechte Pilzsaison folgt Rekord

Die Zahlen der diesjährigen Saison übertreffen den Rekord von 2012. Damals wurden 30 Kilogramm weniger Pilze kontrolliert. Laut einer Mitteilung der Stadt St.Gallen zeigt der Vergleich mit dem letzten Jahr, dass auf eine ausgesprochen schlechte Pilzsaison eine besonders gute folgte: 2016 wurden lediglich 185 Pilzkörbe mit gesamthaft 84 Kilogramm Pilzen kontrolliert.

Das Rekordjahr 2017 erklärt sich Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens, damit, dass in den Wäldern besonders viele Pilze anzutreffen waren. Die Wetterbedingungen seien mit genügend Niederschlag, kühlen Nächten, warmen Tagen und feuchtem Boden ideal für das Gedeihen von Pilzen gewesen. «Ich nehme an, dass immer etwa gleich viele Leute auf der Pirsch sind, die Anzahl Pilzler hat wohl nicht zugenommen.»

Hanspeter Schumacher leitet den Botanischen Garten in St.Gallen. (Bild: Tagblatt/Michel Canonica)

Hanspeter Schumacher leitet den Botanischen Garten in St.Gallen. (Archivbild: Tagblatt/Michel Canonica)

«Kein wahlloses Abreissen»

Die St.Gallerinnen und St.Galler hätten einen verantwortungsvollen Umgang mit Pilzen, sagt Schumacher. «Leute, die alles abreissen und sackweise Mischmasch vorbeibringen, gibt es sehr selten.» Der Durchschnitts-Sammler bringe ein halbes Kilogramm Pilze vorbei.

«Das hat es noch nie gegeben»

Auch die Appenzellerinnen und Appenzeller haben in diesem Jahr fleissig gepilzelt: Franz Mock, amtlicher Pilzkontrolleur in Appenzell Innerrhoden, hat in diesem Jahr 920 Kontrollen durchgeführt. «Das sind abnormal viele. Sowas hat es noch nie gegeben», sagt er auf Anfrage. Mock weiss, wovon er spricht – er ist seit 1984 im Amt. Er glaubt, dass der Klimawandel mitverantwortlich für die vielen Pilze ist.

Franz Mock kontrolliert seit 1984 Pilze (Archivbild: FM1Today/Lilian Wehrle)

Franz Mock kontrolliert seit 1984 Pilze. (Archivbild: FM1Today/Lilian Wehrle)

Der Appenzeller hat mit verschiedenen Sammlerinnen und Sammler zu tun: «Manche bringen zur Kontrolle einfach alles mit, im Wissen, dass die Pilze sowieso aussortiert werden. Andere kennen sich besser aus und wollen einfach zu 100 Prozent sichergehen, dass sie ihre Ausbeute essen können.» Wie Mock resümiert, hat er in diesem Jahr 800 Kilogramm Pilze unter die Lupe genommen, wovon 150 Kilogramm ungeniessbar waren. Giftig seien 31 Kilogramm gewesen.

Drittbestes Jahr in Region Chur

Elvira Zogg, die in Chur, Bad Ragaz und Wangs Pilze kontrolliert, hat ebenfalls eine gute Saison hinter sich. «Ich bin seit 21 Jahren im Dienst und habe ungefähr mein drittbestes Jahr erlebt», sagt sie gegenüber FM1Today. In den drei Gemeinden seien aber rund 300 Familien mit Pilzkörben vorbeigekommen.

Wie gut kannst du geniessbare von giftigen Pilzen unterscheiden? Hier geht’s zum Quiz.

(lag)


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