Rheintaler machen Food-Seite für Büezer

Die Esssituation gestaltet sich für Bauarbeiter oft schwierig. (Symbolbild)
Die Esssituation gestaltet sich für Bauarbeiter oft schwierig. (Symbolbild) © iStock
Für Arbeiterinnen und Arbeiter auf Montage ist es oft mühsam, ein Restaurant für den Zmittag zu finden. Die neue Webseite «Büezerfood.ch» aus dem Rheintal soll nun Abhilfe schaffen.

«Wenn man auf Montage ist, kann man schon mal lange nach einem passenden Restaurant für den Mittag suchen», sagt Tristan Herrsche, Migründer der Plattform «Büezerfood.ch», der früher selbst auf Schweizer Baustellen unterwegs war. «Entweder die Restaurants waren voll oder das Essen scheisse.» Mit der neuen Seite soll den Büezerinnen und Büezern nun die Suche nach einem passenden Lokal erleichtert werden.

Vorteile auf beiden Seiten

Das Prinzip ist simpel: Auf der Webseite kann der Büezer angeben, wo er sich gerade befindet. Dann werden ihm passende Restaurants in der Nähe angezeigt, wo er gleich einen Tisch für sich und seine Kollegen reservieren kann. Das bringt Vorteile für den Arbeiter sowie die Restaurants selbst mit sich: «Die Restaurants können so besser planen, weil sie schon wissen, wie hoch der Andrang an hungrigen Maurern, Sanitären und Spenglern um die Mittagszeit sein wird. Für die Büezer gibt es dann meist noch ein kleines Goodie in Form eines Kaffees oder Glacés.»

Büezer zahlen nichts

Zehn Restaurants zählen mitlerweile zu der seit März aufgeschaltenen Plattform. «Im Moment konzentrieren wir uns noch auf die Ostschweiz und Liechtenstein. Das Ziel ist es aber, uns schweizweit zu positionieren», sagt Herrsche. Weil aber nicht so viel Geld zur Verfügung steht, geht die Entwicklung eher langsam voran. Denn Geld verdienen die Macher von «Büezerfood» lediglich über Kommissionen, die sie von den teilnehmenden Restaurants verlangen – für die Büezer ist es gratis. Ausserdem arbeiten Herrsche und die beiden anderen Gründungsmitglieder 100 Prozent und betreiben «Büezerfood» nebenberuflich.

Regional noch wenig genutzt

Die Rückmeldungen der Bauunternehmen sind laut Herrsche bis jetzt gut: «Die Unternehmen kennen das Problem.» Vor allem die grösseren Firmen, die über die Grenzen des Rheintals tätig sind, nutzen das Angebot von «Büezerfood». Für die eher regional tätigen Bauarbeiter ist die Plattform aber noch kein Thema. Die meisten nehmen ihr Mittagessen selber mit oder gehen nach Hause. Wird ein Einsatz weiter weg durchgeführt, mieten die Baufirmen gleich ein Hotel für die Arbeiter, heisst es von verschiedenen Rheintaler Unternehmen. Viele kennen das Angebot von «Büezerfood» noch gar nicht. Das soll sich aber laut Herrsche so bald wie möglich ändern: «Wir stehen noch am Anfang, arbeiten aber mit Hochdruck daran, die Büezer-Website unter die Leute zu bringen.»

(dab)


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