Rostige und verbogene Kanülen im Kantonsspital

Die mangelhaften Produkte seien im Kantonsspital St.Gallen nie eingesetzt worden.
Die mangelhaften Produkte seien im Kantonsspital St.Gallen nie eingesetzt worden. © Benjamin Manser / St.Galler Tagblatt
Laut Recherchen von «Newsnet» haben das Kantonsspital St.Gallen und die beiden Unispitäler Basel und Zürich über Jahre minderwertige Kanülen eingekauft. Dafür wurden sie gebüsst.

Wie «Newsnet» berichtet, hat die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic Anfang 2017 gegen das Kantonsspital St.Gallen und die beiden Unispitäler Basel und Zürich ein Strafverfahren eröffnet. Im Juli wurden die Spitäler schliesslich gebüsst, weil sie ihre Meldepflicht «auf schwerwiegende Weise» verletzt hätten.

Die Spitäler kauften über Jahre fehlerhafte Medizinalprodukte. Die Produkte aus Pakistan seien lediglich in einer Geschirrspülmaschine gewaschen und mit einer Luftdruckmaschine ausgeblasen worden. Laut «Newsnet» habe sich ein Mitarbeiter des Kantonsspitals St.Gallen sogar schon 2013 bei der Firma beschwert, da die gelieferten Kanülen rostig und verboten waren. Ein Jahr später waren es erneut die St.Galler, die sich beschwerten: Packungen seien falsch beschriftet gewesen und in der Chirurgie seien Packungen aufgetaucht, aus denen Rost tropfte. Trotz all dieser Mängel informierte nie ein Spital die Aufsichtsbehörde Swissmedic.

Das Kantonsspital St.Gallen schreibt gegenüber «Newsnet», dass die Meldepflicht verletzt worden sei, die Mitarbeitenden hätten die Situation aber immer sehr ernst genommen. Die Produkte seien nie eingesetzt worden. Die betroffenen Spitäler wurden mit Bussen von je 5000 Franken bestraft, höher darf Swissmedic laut Gesetz nicht büssen.

Auf die Spur der Spitäler kam Swissmedic dank eines anonymen E-Mails, in dem geschrieben stand, dass die Firma Swsi Medical AG aus Zug Medizinalprodukte aus Pakistan vertreibe. Das Verfahren gegen zwei Swsi-Mitarbeiter ist laut «Newsnet» noch nicht abgeschlossen.


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