Roth: «Gehe zurück zu Dölf Früh»

Am Dienstag gaben die Aktionäre des FC St.Gallen einen drastischen Entscheid bekannt: Sie installieren einen neuen Verwaltungsrat mit SRF-Mann Matthias Hüppi an der Spitze. Nun nimmt auch Finanzchef Sascha Roth den Hut.

Die Nachricht schlug diese Woche ein wie eine Bombe: Matthias Hüppi, der während 38 Jahren als Sportreporter für das Schweizer Fernsehen tätig war, übernimmt ab Mitte Januar das Amt des FCSG-Präsidenten. Unterstützt wird er von Stefan Wolf (Sport und Nachwuchs), Christoph Hammer (Finanzen), Peter Germann (Sport und Unternehmensführung) und Patrick Gründler (Recht). Aktionäre, Fans, Medien, Spieler und Trainer, Weggefährten von Hüppi – sie alle reagierten positiv auf die Veränderung in der Führungsetage des Ostschweizer Fussballclubs.

«Hatten ein gutes Team»

Nun melden sich auch die geschassten Verwaltungsräte zu Wort. «Wir hatten ein gutes Team, haben insbesondere intern einiges verändern können», sagt Stefan Hernandez, Hüppis Vorgänger. Der Ex-Präsident hatte sich erhofft, länger als nur sechs Monate walten zu können. Aber: «Das ist ein Entscheid der Aktionäre, welchen man sachlich und professionell entgegennehmen muss. So ist das Leben, so ist die Wirtschaft.» Beim FC St.Gallen sei es nicht anders als in anderen Unternehmen.

Auch Roth geht

Die Aktionäre hätten Sascha Roth zwar weiterhin als Finanzverantwortlichen der Event AG gesehen – der Mann, der stellvertretend für den früheren Präsidenten Dölf Früh Einsitz im Verwaltungsrat hatte, zieht aber selbständig einen Schlussstrich, wie er am Donnerstag gegenüber TVO bekanntgibt. Obwohl ihn das Angebot der Aktionäre ehre, sei der Zeitpunkt ideal, etwas zu verändern. «Seit 13 Jahren arbeite ich sehr gerne für Dölf Früh. Ich gehe wieder zu 100 Prozent zurück zu ihm.»

«Aktionäre suchten Gespräch nicht»

Brigitta Mettler, die 2015 als erste Frau in den Verwaltungsrat des FC St.Gallen gewählt wurde und die Leitung der Frauenfussball-Abteilung inne hatte, sagt nach ihrem Rausschmiss: «Ich bin enttäuscht, dass die Aktionäre seit der GV nie das Gespräch mit mir gesucht haben.» Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sich die Espen in der ersten Tabellenhälfte halten können.

Ferruccio Vanin verlässt den Verwaltungsrat, engagiert sich aber weiterhin für das Nachwuchsprojekt Future Champs Ostschweiz (FCO). Deshalb nimmt er keine Stellung zum Knall in der FCSG-Führung.

(lag)


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