RTL reagiert ziemlich feige

Von Felix Unholz
Der einsame Robin von "Schwiegertochter gesucht" ist in Wahrheit ein Schauspieler.
Der einsame Robin von "Schwiegertochter gesucht" ist in Wahrheit ein Schauspieler. © Screenshot
Jetzt nimmt der Fernsehsender RTL Stellung zum TV-Skandal um die Sendung “Schwiegertochter gesucht”. Doch geopfert wird nicht die Sendung, sondern die Mitarbeiter der Produktionsfirma müssen dran glauben.

Satiriker Jan Böhmermann hatte für seine Sendung “Neo Magazin Royale” zwei Schauspieler bei RTL eingeschleust, die als Kandidaten bei “Schwiegertochter gesucht” teilnahmen. Damit konnte aufgedeckt werden, wie RTL seine Kandidaten verarscht. Nun veröffentlicht der Fernsehsender am Freitagnachmittag gemeinsam mit der Produktionsfirma eine Stellungnahme.

Die Mitarbeiter sind schuld

Bei der Produktion seien “Fehler im Bereich der redaktionellen Sorgfaltspflicht” gemacht worden, wird RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger in einer Mitteilung zitiert. Damit stehe man gemeinsam mit der Produktionsfirma Warner.

Doch nicht die Sendung “Schwiegertochter gesucht” wird abgesetzt, sondern die Mitarbeiter bekommen die Konsequenzen zu spüren: “Die Produktion der aktuellen Staffel wird daher von einem neuen Team realisiert.”

Das Statement veröffentlichte RTL mit einem etwas zynischen Tweet nach dem vorangegangenen Shitstorm:

“Respekt an Herr Böhmermann”

Bei der Produktionsfirma von “Schwiegertochter gesucht” klopft man Jan Böhmermann jovial auf die Schulter. René Jamm, Geschäftsführer der Firma Warner, lässt sich in der Mitteilung zitieren: “Respekt an Herr Böhmermann [sic!]. Wir sind ihm komplett auf den Leim gegangen, denn er hat uns einen sympathischen Schwiegersohn präsentiert.” Man habe sich in Kandidat Robin “verliebt”.

Produktionsfirma räumt Fehler ein

In der Mitteilung, die hier zu finden ist, wird zudem zu den einzelnen Vorwürfen gegen “Schwiegertochter gesucht” Stellung bezogen. Während die Produktionsfirma darin die meisten Vorwürfe gegen die Sendung zu entkräften versucht, werden auch Fehler eingeräumt. So schreibt Warner dazu, dass einem Kandidaten ein ganzer Satz vorgesagt wurde: “Das war genau genommen falsch.”


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