Russische Weitspringerin Klischina darf doch bei Olympia starten

Darja Klischina gewinnt vor Gericht
Darja Klischina gewinnt vor Gericht © KEYSTONE/SCANPIX/EPA FILE/BJORN LARSSON ROSVALL
Weitspringerin Darja Klischina wird nun doch Russlands einzige Leichtathletin in Rio sein. Der Internationale Sportgerichtshof CAS erteilt der 25-Jährigen das Startrecht.

Nach einer vierstündigen Anhörung am Sonntagnachmittag gab das Ad-hoc-Gremium des Sportgerichts in Lausanne dem Einspruch von Klischina gegen ihren Ausschluss durch den Leichtathletik-Weltverband IAAF statt. In einer ersten Begründung des Gremiums, das während Olympischer Spiele dringende Fälle schnell entscheiden muss, hiess es, die Athletin habe “sachdienlich begründet”, dass sie während der “relevanten Zeit” konforme Dopingtests ausserhalb von Russland bestanden habe. Eine ausführliche Begründung ihres Urteils wollen die Richter nachliefern.

Die 25-Jährige ist damit nun wieder für die Weitsprung-Qualifikation am Dienstag startberechtigt. Die übrigen russischen Leichtathleten sind wegen systematischen Dopings in der Heimat von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.

Die IAAF hatte Klischina als einziger russischen Leichtathletin zunächst das Olympia-Startrecht eingeräumt, weil sie seit drei Jahren in den USA lebt und damit nicht in das Doping-System ihres Landes eingebunden war. Auf Grundlage neuer Informationen entzog die IAAF der Weitspringerin dann aber das Sonderstartrecht wieder. Der deutsche TV-Sender ARD hatte am Sonntag berichtet, dass Doping-Proben von Klischina in Russland entdeckt worden sein sollen, die mutmasslich illegal geöffnet wurden.

Das Ad-hoc-Komitee betonte ausdrücklich, dass es die Wettkampfregeln der IAAF berücksichtigt habe. Daher seien die Richter zu dem Schluss gekommen, dass der frühere Entscheid des Leichtathletik- Weltverbandes, Klischina ein Sonderstartrecht einzuräumen, “noch immer gültig ist – trotz der von Prof. McLaren eingebrachten zusätzlichen Informationen”.

In ihrem Bericht hatten die Ermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur um Chefermittler Richard McLaren am 18. Juli Russland staatlich gesteuertes Doping vorgeworfen. Es gebe zahlreiche gravierende Belege für die Verwicklung von staatlichen Stellen in den Sportbetrug auf, sagte McLaren. So seien im Moskauer Anti-Dopinglabor über Jahre hinweg positive Proben verschwunden, um gedopte russische Athleten zu schützen. Das russische Sportministerium habe die Manipulationen überwacht, sagte McLaren.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen