Sackschwache St. Galler kommen mit blauem Auge davon

Sackschwache St. Galler kommen mit blauem Auge davon
© Moreno Costanzo (links) mit dem Vaduzer Trikot (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)
So hat sich der FC St. Gallen den Jahresabschluss nicht vorgestellt: Gegen Schlusslicht und “Angstgegner” Vaduz muss sich die Zinnbauer-Elf phasenweise vorführen lassen, kommt mit viel Glück aber trotzdem zu einem unverdienten Pünktchen. Die miesen Espen hier in der Einzelkritik.

Es sind eindrückliche Zahlen, die der FC St. Gallen heute absolut unfreiwillig produziert hat: Bloss 37 Prozent Ballbesitz im eigenen Stadion gegen Vaduz, 9:25 Torschüsse für die Gäste und ein 4:16-Rückstand bei den Eckbällen. Fussballstatistiken sagen nicht immer die Wahrheit, sprechen aber – insbesondere, wenn man sie miteinander addiert – ab und an eine eindrückliche Sprache. Und auch wer das Spiel gesehen hat, muss konstatieren, dass es sich hier um einen wundersamen und völlig unverdienten Punktgewinn für die Ostschweizer handelt. So viel vorab – kommen wir zu den Spielernoten.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 5,0. Der beste St. Galler auf dem Platz. Sah beim zweiten Gegentor zwar etwas unglücklich aus, machte diesen Eindruck aber mit zahllosen Paraden wieder mehr als gut. Einmal mehr der Rückhalt schlechthin. Was würden die Grün-Weissen bloss ohne ihn machen?!

 

Verteidigung:

Mickaël Facchinetti. Note: 3,0. Auffällig war einzig und alleine seine Gesichtsmaske. Ansonsten war der gute Mann auf seinem Flügel nicht zu sehen.

Roy Gelmi. Note: 3,5. Bekundete als Captain bei den Vaduzer Steilpässen erstaunlich viel Mühe. Zuweilen etwas überfordert und orientierungslos.

Michael Eisenring. Note: 3,0. Rutschte für Angha in die Startformation. Gab vollen Einsatz, kämpfte – und bewies gegen Burgmeier einen Dickschädel. Spielte tapfer mit Turban durch, genügend war seine Leistung dennoch nicht.

Pascal Thrier. Note 4,0. Der einzige Verteidiger mit Offensivambitionen. Leistete viel Laufarbeit und lancierte mit viel Einsatz den einen oder anderen brauchbaren Angriff. Mit etwas Goodwill gibt es dafür eine knapp genügende Note.

 

Mittelfeld:

Yannis Tafer. Note: 4,5. Eindeutig der beste Feldspieler. Wieder zwei Tore gebucht – damit entwickelt sich der Franzose auch in dieser Saison allmählich wieder zur offensiven Lebensversicherung.

Mario Mutsch. Note: 3,5. Engagiert, willig. Versuchte die Mannschaft anzuheizen und die Fäden zu ziehen. War dabei einmal mehr, einmal weniger erfolgreich.

Danijel Aleksic. Note: 2,5. Er wäre einer, der Spielmacher sein könnte. Bloss war er es nicht. Ein guter Freistoss reicht längst nicht für eine genügende Note.

Geoffrey Tréand. Note: 3,0. Ein glückloser Auftritt ohne jegliche Glanzmomente. Auch er konnte sein Potenzial bei weitem nicht abrufen.

 

Sturm:

Edgar Salli. Note: 3.5. Viel Laufarbeit, wenig Glück und Ertrag. So lässt sich sein chancenarmer Arbeitstag wohl am ehesten zusammenfassen.

Dzengis Cavusevic. Note: 2,0. Schwach. Das Spiel lief völlig am rackernden Slowenen vorbei, zeigte dabei auch noch viele fussballerische Mängel. Stünde eine ernsthafte Alternative zur Verfügung, wäre er wohl kaum in der Startformation zu finden.

FM1Today-Teamdurchschnitt (Note aller elf Spieler in der Startformation): 3,4 

Fazit: Gottseidank ist Winterpause. Joe Zinnbauer hat noch einen ganzen Haufen Arbeit vor sich, auch wenn er sein Ziel – mindestens ein Unentschieden gegen Vaduz – auf fragwürdige Weise irgendwie doch erreicht hat. Es sollte ihm zu denken geben, dass seine Mannschaft gegen einen Topshot wie Basel über sich hinaus wächst, gegen ein williges, aber spielerisch diskretes Vaduz den Schneid abgekauft bekommt und sich phasenweise vorführen lassen muss. Wie schon gegen Thun (dreimal) vereitelte die Torumrandung heute zwei Tore. Trotz dürftiger Leistung kann St. Gallen mit 23 Punkten und Tabellenrang fünf aber einigermassen besinnliche Weihnachten feiern. (mla)


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