Sanierung der Gstaader Bergbahnen abgeschlossen

Touristen konsultieren eine Übersichtskarte der Gstaader Bergbahnen. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind die Bahnen in den letzten Monaten saniert worden. Eine wichtige Rolle spielten dabei finanzkräftige private Investoren.
Touristen konsultieren eine Übersichtskarte der Gstaader Bergbahnen. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind die Bahnen in den letzten Monaten saniert worden. Eine wichtige Rolle spielten dabei finanzkräftige private Investoren. © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die Gstaader Bergbahnen sind finanziell wieder flott gemacht worden. Der nötige Kapitalschnitt und die Wiederaufstockung des Aktienkapitals konnten in den vergangenen Wochen abgeschlossen werden.Nun steht dem Unternehmen eine Fitnesskur bevor.

Dazu gehören interne Restrukturierungsmassnahmen, aber auch die Zusammenlegung der Marketingaktivitäten der Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) und der Tourismusorganisation sowie Vereinfachungen im Tarifverbund.

Die finanziell angeschlagenen Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) rangen jahrelang um Sanierungslösungen. Diese scheiterten jedoch oft an regionalen Partikularinteressen.

Letzten Herbst schliesslich konnte ein umfangreiches Sanierungspaket auf den Weg gebracht werden. Mit einem Kapitalschnitt wurde die Schuldenlast markant gesenkt. Geld ans Bein strichen sich vorab die Gemeinden, aber auch die Kantone Bern und Waadt und Private. Rund 40 Mio. Franken Schulden wurden abgebaut, wie die BDG weiter mitteilten.

Anschliessend wurde das Unternehmen rekapitalisiert. Insgesamt wurden 25,24 Mio. Franken neues Aktienkapital gezeichnet und voll liberiert. Neu halten nicht mehr die Gemeinden die Aktienmehrheit, sondern zu 60 Prozent Private. In zwei bis drei Jahren soll der Anteil der Privaten auf 70 erhöht werden.

In Zukunft soll sich die BDG nicht neu verschulden müssen, sagte BDG-Geschäftsführer Matthias In-Albon auf Anfrage. Die Investitionen werden dementsprechend angepasst. Sie sollen vor allem in die Beschneiung und in die Modernisierung von Bahnen fliessen.

Private Investoren spielen künftig eine wichtige Rolle bei der BDG. Zu ihnen gehören Wahlgstaader wie der milliardenschwere Unternehmer Ernesto Bertarelli und weitere finanzkräftige Personen, die der Region verbunden sind.

Im Gegenzug für das finanzielle Engagement können die privaten Investoren eigene Ziele verfolgen. Bertarelli etwa will auf dem sonnigen Rellerli eine Luxuslodge fernab der Alltagshektik betreiben. Die bestehende Bergbahn wird verschwinden.

Bekannt ist auch, dass eine weitere Investorengruppe den Ersatz der Gondelbahn auf das Eggli oberhalb von Gstaad mit rund acht Mio. Franken unterstützt. Im Gegenzug kann die Investorengruppe zusätzlich zum bestehenden Restaurant im Berghaus Eggli einen Privatclub realisieren.

Die BDG sind einer der wichtigen Wirtschaftsmotoren im Saanenland. Die Region lockt seit Jahren gutbetuchte Feriengäste an.

(SDA)


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